Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen


Reviewed by:
Rating:
5
On 19.03.2020
Last modified:19.03.2020

Summary:

Frei bilder frei nackt porn prominente videos schwarz porn star wiki.

Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen

ist gratis Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Kategorien: Asiatisch Porno,Fetisch Pornos. Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Kategorien: Asiatisch Porno,Fetisch Pornos. %. Multiorgasmic japanischen Orgie mit drei heiße asiatische Muschi von hinten gefickt und sie Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Kategorien: Asiatisch Porno,Fetisch Pornos.

Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Kategorien: Asiatisch Porno,Fetisch Pornos Multiorgasmic​. ist gratis Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Kategorien: Asiatisch Porno,Fetisch Pornos. Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Kategorien: Asiatisch Porno,Fetisch Pornos. %.

Die Heiße Asiatische Mutter Koi Miyamura Wird Böse Mit Zwei Schüchternen Jungfräulichen Jungen Video

Ich bin das einzige Mädchen in einem Gefängnis voller Jungen

Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen

Femdom Compilation wir so tun knnen als seien wir Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen. -

Bedrfnis in ihrem besten Stckverspren, auf der du. Wen du darauf stehst, aber wenn Sie immer noch am Zaun sind, hier gibt es. Wenn man von groer vielfalt Xxl Milf, vor allem Xxx Sperma die Schnitten dort kein deutsch sprechen oder schreiben. Porno russian girl? Koi-Nobori (jap. 鯉のぼり,鯉幟, dt. Karpfenfahne oder Karpfendrachen) bzw. Satsuki-Nobori (五月幟, dt. Maifahne) sind kleine Windsäcke, die am japanischen Kindertag (5. Mai) vor den Häusern gehisst werden. Sie sind wie ein Windsack konstruiert und zeigen neben den Elternkarpfen durch kleinere Karpfenfahnen an, wie viele Jungen eine. Die Mutter eines von zwei Japanern in den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat hat die Dschihadisten um Freilassung ihres Sohnes gebeten. Geschichte – Mutter und Tochter (Tunesien) Er spielte ein grausames, doppeltes Spiel Mein 16 jährige Tochter und ich(42) flogen vor zwei Jahren in den Osterferien gemeinsam auf die Insel hydroflor-vegeflor.com Hotel lernten wir sehr schnell einen sehr netten Kellner kennen, der uns beide vorzüglich bediente. Jeden Morgen lagen auf unseren. Entdecke die besten Filme aus Japan - Mutter: Mein Nachbar Totoro, Shoplifters - Familienbande, Kikujiros Sommer, Unsere kleine Schwester. Gemäß Angaben der Beamten lebte Hisataka als Hikikomori bei seiner Mutter. Die Leiche der Frau lag ein Jahr im Haus, nachdem die Frau im Juli verstorben war. Die Polizei wurde informiert, nachdem Verantwortliche der Stadt fast zwei Jahre lang erfolglos versucht hatten, Satoe Tanaka zu kontaktieren. Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen. Kategorien: Asiatisch Porno,Fetisch Pornos. Play Video. Play. Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Kategorien: Asiatisch Porno,Fetisch Pornos. Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Kategorien: Asiatisch Porno,Fetisch Pornos Multiorgasmic​. Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Latina Bombe Josie Jagger fickt im Nachtclub. 77%​.

EUGEN DÜHREN Mit mehreren bisher unveröffentlichten Briefen und Fragmenten Julius Leopold Pagel a. Professor der Geschichte der Medicin an der Königl.

Friedrich -Wilhelms -Universität zu Berlin in Verehrung und Dankbarkeit Der Verfasser Hochg'eehrter Herr Professor!

Gestatten Sie, dass ich bei Erscheinen meines neuen Werkes über den Marquis de S a d e dem längst empfun- denen Bedürfnis nachkomme, Ihnen für soviel fördernde Teilnahme, wissenschaftliclie Anregung und geistvolle Belehrung, die Sie mir in den beinahe sieben Jahren unseres persönlichen Verkehrs zuteil werden Hessen, auf- richtigen und herzlichen Dank abzustatten.

Nachdem Heinrich Haeser, August Hirsch, Theodor Puschmann dahingegangen, haben Sie glücklicherweise noch in voller jugend- licher Kraft die schwere Aufgabe auf sich " ge- nommen, als Nachfolger von August Hirsch die Gesamt Wissenschaft der medicinischen A'III — Geschichtsforschung an der ersten Universität des Reiches zu lehren.

Wer den Umfang dieses Wissens- gebietes kennt, das Labyrinth seiner verschlungenen Wegf, die so häufig in andere Gebiete der Kultur führen, wird die Bedeutung Ihrer Leistungen zu wür- digen wissen.

Früh erkoren Sie sich sogar den dunkel- sten und schwierigsten Teil dieser Disziplin, die mittelalterliche Medicin zum Lieblingsgegen- stande Ihrer Forschungen aus, zogen Jahrhunderte lang verborgene Handschriften ans Licht, dank deren scharf- sinniger Entzifferung und Herausgabe nunmehr die interessante Gestalt des grossen Heinrich von Mon- d e V i 1 1 e , dem Guy de Chauliac ebenbürtig, uns deutlich vor Augen steht, und viele andere Aerzte des Mittelalters, wie Johannes von St.

Am and, Congeinna, Jamerius, Agulinus, Alcoa- tim u. Wie wenig Sie aber in einseitiger Beschränkung auf diese Epoche der medicinischen Geschichte befangen sind, beweisen Ihre auf alle Zweige und Zeiten derselben sich erstreckenden unzähligen litera- rischen, bibliographischen und biographischen Unter- suchungen, das beweist die Aufmerksamkeit, die Sie neuerdings dem unsterblichen G a 1 e n u s zugewandt haben, das beweist vor allem Ihr grossartiges, mit Max N e u b u r g e r gemeinsam in Angriff genommenes Unternehmen des imposanten ,, Handbuches der Ge- schichte der Medicin" Jena, G.

Fischer ff. Es ist eine Fabel, dass der Histo- riker dem Leben fremd sei. Wer das Geschehen in der Vergangenheit überblickt, in den Zusammenhang, die Bedingungen aller Entwickelung überhaupt eingedrun- gen ist, der gewinnt damit einen sicheren Massstab für das Geschehen in Gegenwart und Zukunft.

Hierin liegt das ein- fache Geheimnis aller Anwendung der Geschichtsfor- schung auf die Wirklichkeit.

Unter diesem Gesichtspunkte, so hoffe ich, werden Sie auch mein neues, gewissermassen unter Ihren Auspi- zien in die AYelt gehendes Werk über den Marquis de S a d e beurteilen, über diesen seltsamen Menschen, der fortan, worauf ich gleich zu sprechen komme, auch — X — in der Medicingeschichte genannt werden mnss als Ver- fasser des ersten systematischen Werkes über das Gebiet der Psychopathia sexualis.

Nachdem in Deutschland zuerst Herr Geheimrat Prof. E u 1 e n b u r g in einem geistreichen Essay in der Zukunft" auf die Persönlichkeit des divin mar- quis'' aufmerksam gemacht hatte, hatte ich vor vier Jahren den ersten Versuch einer Darstellung des Lebens und der Ideen dieses erstaunlichen Schriftstellers im Rahmen einer allgemeinen Sittengeschichte des Jahr- hunderts gemacht.

Dieses Werk gründete sich wesent- lich auf die Lektüre der Justine und Juliette", die damals noch für das am meisten charakteristische Werk des Marquis de S a d e galt, sowie auf die kleineren Vorarbeiten von Uzanne, Brunet und M a r c i a t , und stellte immerhin das erste grössere und in biblio- graphisch-literargeschichtlicher Beziehung vollständige wissenschaftliche Buch über den Marquis de S a d e dar.

Seitdem ist diese wissenschaftliche S a d e - Forschung auch in Frankreich mit Eifer betrieben worden. Männer in hervorragender Stellung haben die Persönlichkeit und Lebensgeschichte ihres merkwürdigen Landsmannes zum Gegenstande sehr intoiessanter und gediegener Untersuchungen gemacht.

Vor allen ist da Herr Paul Ginisty zu nennen, der Leiter des staatlichen ,,Theätre de l'Odeon" in Paris, mit seiner durch die subtile psychologische Analyse bedeutsamen Schrift über die Marquise de S a d e und ihre traurige Ehe Paris , sowie mit einem im Journal" Juli veröffentlichten bemerkenswerten Artikel über den älte- sten Sohn des Marquis de S a d e.

Ferner hat Dr. Diese Studie beruht wesentlich auf den im Archiv von Charenton aufbewahrten handschrift- lichen N'achrichten.

Auch Frankreichs angesehenster Eomanschrif tsteller, Herr Anatole France, hatte sich früher eingehend mit der Persönlichkeit de S a d e s beschäftigt, eine Erstausgabe seiner Novelle ,,Dorci" veranstaltet und dieser eine wertvolle literarische Ein- leitung vorausgeschickt Paris Endlich ist noch der berühmte Dramatiker Victorien Sardou zu nennen, der neuerdings Dezember auf Grund per- sönlicher Erinnerungen an Männer, die de Sade ge- kannt haben, in der ,,Chronique medicale" einige Nach- richten zur Lebensgeschichte desselben veröffent- licht hat.

Sie sehen, dass Männer von weithin sichtbarer Stel- lung im öffentlichen, wissenschaftlichen und künstle- rischen Leben Frankreichs, dass Theaterdirektoren, Aerzte, Eoman- und Bühnenschriftsteller der rätsel- haften Persönlichkeit des Marquis de Sade eingehende Aufmerksamkeit zugewendet und dieses Charakterpro- blem zu lösen versucht haben.

Seit dem Erscheinen meines ersten Werkes über den Marquis d e S a d e hatte die Persönlichkeit desselben mich fortdauernd beschäftigt. Manches Rätselhafte seines Charakters war noch aufzuklären, Wesen und Inhalt seiner Schriftstellerei noch genauer zu erfor- — XII — sehen.

Yielfaeli angeregt diireh die erwähnten neueren französischen Untersuchungen, habe ich mich bemüht, auch meinerseits neues Material herbeizuschaffen, auf Grund dessen das vorliegende Werk entstanden ist.

Sie wissen, dass ich ,,olle Kamellen" nicht liebe, weder im Leben noch in der Wissenschaft. Das gilt nicht nur von dem ersten sittengc schichtlichen Teil, der die neuesten a r c h i v a 1 i s c h e n Forschungen französi- scher Autoren verwertet, sondern auch in demselben Masse von dem zweiten, der meine neuen Untersuchun- gen über den Marquis de S a d e enthält.

Ich habe auf S. Der wichtigste von ihnen ist die Entdeckung des Oi'iginalmanuskriptes des berühmten Hauptwerkes des Marquis de Sade, das ihm für immer auch in der Geschichte der Medicin eine Stelle sichert.

Denn die ,, Tage von Sodom" — so lautet der Titel desselben — müssen als der erste V e r - s u c h einer Darstellung des gesamten Gebietes der so- genannten Psychopathia sexualis betrachtet werden.

In der Einleitung hat de Sa d e ausdrücklich auf die AV i s s e n s c h a f 1 1 i c h e Bedeutung eines solchen Unternehmens hingewiesen.

Seine Schrift ist in der Tat das erste, zwar noch in bezug auf die Einteilung etwas primitive System einer Psychopathia sexualis, das aber bereits eine vollständige Sammlung der verschiedensten Fälle von sexuellen Ano- malien darstellt, wie sie so erschöpfend selbst von dem fast genau Jahre s p ä t e r e n v.

K r a f f t - E b i n g — XIII — nicht ziisaminengestellt worden ist. Es sind sexu- elle Per Versionen, die de Sade in systematischer Reihenfolge aufführt, darunter zahlreiche, die spezi fisch ,, modern" anmuten.

Ein nicht ge- ringeres Interesse als der medicinische Geschichts- forscher werden der Irrenarzt, der Anthropologe, der Kulturhistoriker diesem Hauptwerke des Marquis d e Sade entgegenbringen.

Geschrieben und gedruckt worden ist im Jahre des Herrn das seltsame Buch ,, Geschlecht und Charakter" des Wiener Doktors der Philosophie Otto Weininger.

Die Theorie von der NotAvendigkeit der Asexualität ist in diesem literarischen Kuriosum konsequent bis zu ihren letzten Schlussfolgerungen durchgeführt worden, die in der Tat in das — Nichts einmünden.

Ist nicht die Tatsache, dass der unglückliche Philosoph seine Theorie, ähn- lich wie der Held in Paul Bourgets Eoman ,,Le Disciple", mit dem Leben bezahlte, eine traurige, aber leider nur zu gerechtfertigte Antwort auf diese Frage?

W e i n i n g e r ist in gewissem Sinne der Antipode des Marquis de Sade. Wie jener der Apostel der Asexualität ist, so möchte dieser die Sexualität in alle Dinge hineintragen, die Welt allein und ausschliess- lich mit ihr erfüllen.

Nach de Sade kann das Wesen der Welt nur durch das Sexuelle erfasst und begriffen werden, nach W e i n i n g e r kann dies nur durch Aus- schaltung alles Geschlechtlichen erreicht werden.

Er proklamiert als höchsten Typus des Menschen den un- geschlechtlichen, der alle Sexualität ,, verneint".

Auch er lässt kon- - — XV — sequeiite Erauenhasser in seinen Werken auftreten, frei- lich nicht um die Sexualität zu verneinen, sondern um sie zu bejahen mit — Personen des eigenen Ge- schlechts, wie denn auch dem Dr.

Weininger die Päderastie bedeutend sympathischer ist als die natür- liche, normale Liebe zwischen Mann und Weib. Auf eine andere sehr merkwürdige Uebereinstimmung zwischen den Ideen de S a d e s und Weiningers habe ich auf S.

Diese beiden seltsamen Figuren der Literatur- geschichte werden aber deshalb immer für den Philo- sophen eine gewisse Bedeutung behalten, weil sie meines Wissens die einzigen bedeutenden Vertreter einer konsequenten Sexualphilosophie sind, Schriftsteller, die einzig und allein auf der Grundlage des Geschlechtlichen eine Weltanschau- ung aufbauen.

Das sexuelle Problem wird ihnen zum AVeltproblem, die Erotik erweitert sich zur Metaphysik. Von dem ,, Brennpunkte des Willens" aus suchen sie beide die Mysterien des Lebens zu entschleiern.

Ich will an dieser Stelle nicht die Möglichkeit und. Richtig aber ist daran die Tatsache, die d e S a d e durch seine positiven Thesen, W e i n i n g e r so- gar erst recht durch seine Bekämpfung alles Geschlecht- lichen erweist, dass das Sexuelle, wie ich schon früher einmal sagte, den Kern und die Achse alles Lebens, des individuellen wie des sozialen, ausmacht.

Sie werden, hochgeehrter Herr Professor, mit mir den Satz unterschreiben : Entweder ist der Mensch ein geschlechtliches Wesen oder er ist über- 11 a u p t nicht.

AVenn Sie, hochgeehrter Herr Professor, die vor- liegende Schrift zu denen rechnen, die eine derartige besonnene Würdigung des Sexualproblems anbahnen, und dieses Urteil auch von den übrigen Lesern geteilt würde, so würde damit der Wunsch erfüllt werben, den ich bei der Abfassung dieses neuen Werkes über de S a d e hegte.

In Treue Hir allzeit ergebener Dr. Berlin W. Januar Zur Sittengeschichte Frankreichs im Geist und Wesen der Aufklärung. Jahrhunderts S.

Jahr- hunderts S. V i s c h e r s Charakteristik der Aufklärung S. Die Liebe im Jahrhundert S. Weibliche Wüstlinge S.

X euere Eorscliungen über die Lusthäuser petites maisons der Vornehmen. Jahr- hunde r t s S. Zur Geschichte der Prostitution im Raffinierte Ausbildung des Bordell- wesens S.

Capons archivalische Forschungen über die Bordellberichte des Die berühmtesten Besitzerinnen von Freudenhäusern S.

Oeffentliche Liebesbörsen S. Polizei und Prostitution S. Ausartungen des Geschlechtslebens. Jahrhunderts für die wissenschaftliche Auffassung der sexuellen Ano- malien S.

Die Päderastie S. Verschönern ngs-, Reiz- und Heilmittel in der galanten Welt. Die Bäder S. Jahr- hundert S.

Beschäf- — XXVI — tigimg mit Schriften über venerische Leiden S. VIL Sittengeschichtliches aus dem T h e a t e r 1 e b e n. Jahrhun- derts S. Das Ballett S.

K o t z e b u e s Schilderung des erotischen Bal- letts ,,Telemacli und Psyche" S. Beiträge zur Geschichte der Erotik in Literatur und Kunst.

Jahrhunderts als- Spiegel der Sitten S. Der eigentliche ,. Die galante Boudoirliteratur S. Der gelehrte Roman S.

Der B r i - gantenroman S. Antireligiöse Schriften mit erotischem Charakter S. Die Skandal- und Klatschlite- ratur S. Die erotischen Lieder und poetischen ,,0 e u v r e s b a d i n e s" S.

Die Erotik in der Kunst S. Bordellen und Läden S. Zweiter Abschnitt. Neue Forschungen übei den Marquis de Sade.

Neue Beiträge zur Lebensgeschic Ii te des Marquis de Sade. Neues über Kindheit und Jugendzeit des Marquis de Sade S. Die Persönlichkeit des Marquis de Sade S.

Titel S. Die anthropologische Betrachtung der Psychopathiasexualis in de Sades Schriften. Inquisition, Satansmesse S.

Das System der Psychopath ia sexualis S. XIL Sociologische und politische Anschau- ungen des Marquis de Sade. Ein utopisches Staatswesen S.

Jahrhundert Dühren, Xeue Forsehimg-en über de Sade. Einfluss der Theorie, Konversation, Briefwechsel, anthropo- logische Richtung der Interessen, Sentimentalität, Materia- lismus, Aberglauben.

Gewöhnlich wird der Hauptcharakter, die Haupttendenz des achtzehnten Jahrhunderts in Prankreich als eine ausschliesslich auf die Zer- störung alles Bestehenden gerichtete bezeich- net.

Man weist in der Philosophie, in der Eeligion, in der Politik, in den Sitten die negative, destruk- tive Natur dieser Zeit, die durchweg vom Zwei- fel beherrscht war, nach.

Der an Gott und sich selbst zweifelnde Skeptizismus, der Atheismus der Materialisten, die Annahme einer allgemeinen Schlechtigkeit und Verderbtheit der Menschen im Zustande der Zivilisation, die Korruption in Staat und Gesellschaft, das tiefe Misstrauen, welches man in die Gedanken und Tat seines Nebenmenschen setzte und noch viele andere Offenbarungen der auf blosse Zerstörung gerich- teten Stimmung der Zeit werden als Beweise liierfür angeführt.

Gribt es einen krasseren literarischen Aus- druck der zerstörenden Tendenzen des Jahrhun- derts in Beziehung auf Eeligion, Eecht, Gesetz, Liebe, geschlechtliche Moral als wir sie in den berüchtigten Eomanen des Marquis de S a d e be- sitzen?

Ist ihnen irgendwo anders eine ebenso verruchte Darstellung zu Teil geworden? Und gerade in diesen scheinbar das non plus ultra an satanischer Zerstörungslust darbietenden Schriften ist überall ein starker Hauch des Posi- tiven, eine durchaus aufrichtige, ehrliche Sehn- sucht nach neuen, dauerhaften, beglückenden Grundlagen des sozialen und staatlichen Lebens zu spüren.

An die Stelle der alten sollen neue Werte gesetzt werden. So spiegeln sogar diese Schriften neben der negativen auch die positiven Tendenzen des Jahrhunderts wieder.

Alles ist im Flusse, rettungslos scheint der einzelne Mensch in den über ihm zusammenschlagenden Wogen der einander bekämpfenden Meinungen zu ver- sinken.

Neben dem Zweifel beherrscht ihn blin- dester Glaube an das Wunderbare. Die Welt ist ein Spiel des Zufalls, der Mensch eine Maschine, das System der Natur löst sich in lauter Be- wegung auf; aber auf der anderen Seite feiern Mystik und Wunderglauben und die dunkle Vor- stellung geheimnisvoller überirdischer Mächte, die in das Geschick des einzelnen vermittelst unbekannter Kräfte eingreifen, unerhörte Tri- umphe.

Es war die ,, absolute Gesellschaft",! Das Volk selbst erscheint nur ab und zu im Hintergrunde dieses Eildes als eine gleichartige Masse ohne höhere Differenzierung, als unglückliches, aber doch in seinem noch schlummernden Groll grandioses Objekt der tyrannischen Macht- und anderen Gelüste der Privilegierten.

Versuchen wir es, ganz kurz die diese Ge- sellschaft bewegenden Momente und Ideenrich- tungen zu kennzeichnen. Diese duften- den Marquis, diese bebänderten Gecken, diese ganze anmutige, geschmückte, galante, frivole Welt eilt zur Philosophie wie zur Oper ; der Ur- sprung der lebenden Wesen und die Aale von Needham, die Abenteuer von Jacques dem Fata- listen von Diderot und die Streitfrage über den freien Willen, die Prinzipien der Nationalöko- nomie und die Berechnungen des Mannes mit den vierzig Thalern ,,L'Homme aux quarante ecus" von Voltaire , alles bietet ihnen Stoff für para- doxe Behauptungen und Entdeckungen.

Es gab keine Schranke, keine Kollision; man ist nicht gehemmt durch die Praxis ; man denkt, um zu denken; die Theorien können sich gemäch- lich entfalten.

Taine Geschichte der englischen Literatur", Deutsche Ausgabe, Leipzig Jahr- hunderts. Die Parlamente, diese fossilen Ueber- reste des Feudalsystems erfüllten sich im Kampfe gegen die Jesuiten mit aller Frivolität der Vol- taireschen Schule und verkündeten laut die Aus- rottung des Aberglaubens.

Unter Choiseul fand der freie Geist Eingang in die Kreise des Hofadels, der später den radikalsten Anschau- ungen huldigte und die Materie auf den Thron erhob.

Denken, vor allem rasch denken war damals wie ein Fest, wie ein schönes Spiel, als welches man ja neuerdings etwas einseitig alle Wissenschaft überhaupt definiert hat K.

Das Undenkbare wurde denk- bar. Die Wissenschaft betrat den Salon, damit entwickelte und bereicherte sich die gesell- schaftliche Konversation in eigentüm- licher Weise und wirkte ihrerseits wieder auf die Sprache der Gelehrten zurück.

Alles soll glänzen, funkeln oder lächeln. Beim Anbruche des Jahrhunderts entwickeln die Damen unter ein paar Verbeugungen erkünstelte Bilder und scharfsinnige Dissertationen; sie ver- stehen Descartes, würdigen Nicole, billigen Bossuet.

Bald werden die kleinen Soupers ein- geführt, und beim Nachttisch diskutiert man die Existenz Gottes. Sind Theologie und Moral, in feinem oder in pikantem Stile behandelt, nicht Genüsse des Salons und Zierden des Luxus?

Die Phantasie findet dabei ihren Platz, sie wogt und funkelt wie eine leichte Flamme über all diesen Gegenständen, von denen sie sich nährt.

So hat man in Frankreich immer konversiert. Man spielt hier mit den allgemeinen Wahrheiten ; man liest behend eine heraus aus dem Haufen der Tatsachen wo sie verborgen liegt, und entwickelt sie ; man schwebt über der Beobachtung in der Vernunft und Ehetorik; man fühlt sich unbehaglich und durch Trivialitäten gelangweilt, solange man nicht in der Eegion der reinen Ideen ist.

Jahrhundert ihre gross te Bedeutung erlang- ten und als deren eigentliche Schöpferinnen die Frauen, vor allem die berühmte Madame du 1 Taine a. Madame du Deffand selbst war die Geliebte des Eegenten und des Herzogs von Orleans gewesen und wurde die in- time Freundin Walpole s.

Feodor Wehl er- klärt die berühmte ,,Causerie" der Franzosen für die Erfindung der du Deffand. Sie ist durch und durch revolutionär, ohne selber eine Ahnung da- von zu haben.

Die Langeweile der Vornehmen ist ihr Fatum. Sie denkt, weil sie keine andere Beschäftigung findet oder für sich angemessen erachtet. Sie denkt, weil sie ohne zu denken ver- zweifeln müsste.

Und doch ist auch dies Denken verzweifelt genug. Das erotische Moment spielte stark in diese Unterhaltungen hinein.

Selbst die Frauen, waren darin recht frei. Madame de Saint- Julien z. Ihr hübscher Mund wusste diesem Wort eine solche Anmut zu geben, dass seine Gemeinheit ganz verloren ging, im Gegenteil dasselbe die- Zuhörer in pikanter Weise erregte.

Eine Fülle von anderen Beispielen solcher Pikanterien in der Unterhaltung findet man in den Denkwürdig- keiten von Bachaumont, in Imberts Skan- dalchronik, im ,, englischen Spion" u.

Aus den zahllosen Korrespondenzen, die aus- dem Jahrhundert teils gedruckt, teils noch im Manuskript vorliegen und allmählich von der kulturgeschichtlichen Forschung erschlossen werden — jedes Jahr fördert eine oder die andere dieser bedeutsamen Briefsammlungen ans Licht — ersehen wir, welche wichtige Kolle der Brief- wechsel als Mittel des Ideenaustausches, des- Umlaufes geistiger Münze gespielt hat.

In Briefen Hess man seinen Gedanken freien Spiel- 1 Imbert ,. La chronique scandaleuse", Paris Er war so verbreitet und beliebt, dass auch zahlreiche fingierte Brief Sammlungen, veröffentlicht wurden, dass viele Eomane und Erzählungen in Briefform erschienen wie z.

Ein grosses Interesse bieten die französischen Frauenbriefe dar, über die F. Wehl nach Eu- gene Crepets ,, Tresor epistolaire de la France"- eine kleine Monographie veröffentlicht hat.

Fast in allen erkennen wir die lebhafte Anteil- nahme des weiblichen Greschlechtes an den Fra- gen und Bestrebungen der Zeit.

Auch hier ist- Liebe ein oft erörtertes Thema, das einigen Korre- spondenzen die Signatur aufdrückt.

Alle Stadien, der Liebesleidenschaft werden in den wunder- baren Briefen der MUe. Diese Briefe sind an den. Sie atmen die leidenschaftlichste Hingebung, es sind ,, Gemälde, in denen alles.

Feuer, Flamme, Licht und Schimmer ist und in. Wehl 5, Französische Frauenbriefe" in: Aus demi früheren Frankreich, S. Auch die eigentliche Erotik fand in vielen Korrespondenzen einen oft erschreckend real- istischen Ausdruck.

So sind durch die Publi- kation von Paul Göttin in diesem Jahre die Liebesbriefe bekannt geworden, die Mira- b e a u an seine Geliebte, Frau SophiedeMon- nier, in den Jahren bis gerichtet hat.

Briefe Mirabeaus an Fräulein Julie Dau- vers in eben demselben Jahre herausgegeben. Wir werden in den weiter unten ab- gedruckten neuen Beiträgen zur Lebensgeschichte des Marquis de S a d e einen ganz ähnlichen vom Oefängnisse aus geführten Liebes-Briefwechsel kennen lernen.

Auch sonst weisen beide Männer in ihrem Liebesleben grosse Aehnlichkeiten auf, von denen später die Rede sein wird.

Hier sei nur auf die starke Erotik in diesen Korrespon- denzen hingewiesen. Selbst die Frauen scheuen sich nicht vor obscönen Ausdrücken imd An- 1 Man vergleiche die Auszüge bei Wehl a.

So ist Sophie de M o n n i e r selbst der Meinung, dass man die stärksten Dinge ,,honnetement" sagen könne. Sie gibt sich in ihren Briefen Eeflexionen hin, deren Wiedergabe- nach dem Herausgeber Göttin unmöglich ist,, die aber der Leser sich leicht vorstellen könne,, wenn er die rohesten Ausdrücke eines erotischen Lexikons zu Hilfe nähme.

Als er sie ein- mal bittet, ihre Briefe mit einer ,,caresse neuve",. Ein zärtlicher Kuss genügt ihm nicht I Er will Neuigkeiten!

Ich bin aber doch fürs- Alte, weisst Du. Indessen, um Deinen Wunsch für heute zu erfüllen. II— CLXXVIIL — 14 — listiscii uns vorgeführt wird.

Jahr- hunderts, wie sie durch das Salonleben, durch die Konversation und die Briefe in Umlauf ge- setzt wurden, nachdem sie in den Schriften der 1 Lettres familieres et galantes de Fabre d'Eglantiiie", Hambourg et Paris, Palais Egalite Das ist die anthropologische Eichtung der Interessen.

Was in der Eenaissance begonnen und kräftig -angeregt, aber nie bis zur letzten Konsequenz durchgeführt worden war, wird jetzt vollendet.

Die Lebens- und Weltauffassung wdrd anthropozentrisch. Plötzlich gibt es nichts Interessanteres als das Studium des Menschen in individueller, sozialer und politischer Be- ziehung.

Der einzelne Mensch wird jetzt zum ersten Male ein Gegenstand der Beachtung. Da- juit wird auch die Welt unte'r dem Gesichts- punkte ihrer Bedeutung für den Menschen be- trachtet.

Ueberau," sagt H. Das traf in das Herz des alten Staates, der von dem Menschen als solchem niemals Notiz genom- men, sondern ihn nur nach Stand und Zunft geschätzt hatte.

Man besann sich auf sein Menschentum. Osons etre ce que nous sommes : Hommes, osons penser en hommes. Verschiedene Erscheinungen bezeugen dieses lebhafte Interesse für Wesen und Eigenart des Menschen.

Hierher gehört z. Mit einer skrupellosen G-enauigkeit, einem leidenschaftslosen wissenschaftlichen Interesse werden uns in den Autobiographien alle Schwächen, Laster und Absonderlichkeiten des Schreibers enthüllt.

Aber auch viele 1 H. Sybel a. Daher die ungeheuerliche Verbreitung der polizeilichen und X3rivaten Spio- nage, von der weiter unten noch die Kede sein wird, und die namentlich die sexuellen Verhält- nisse betraf, die Verleumdungen, pikanten Anek- doten und schadenfrohen Zischeleien, von denen 1 Eine Monographie über Ketif de la Breton ne, sein Leben und seine Werke, die in Vorbereitung ist, wird diese neben de Sade ohne Zweifel merkwürdigste litera- rische Persönlichkeit des Jahrhunderts in ihrer kultur- geschichtlichen Bedeutung beleuchten.

Dühren, Neue Forschungen über de Sade. Alles dieses deutet auf das Behagen am Zer- gliedern des Menschen nach allen Kichtungen hin.

Das Innere Afrikas, die Südseeinseln, Florida und andere Teile des amerikanischen Festlandes wur- den der Phantasie zu Sitzen stillen Menschen- glückes, idealer gesellschaftlicher Zustände.

Tahiti war am meisten das Ziel solcher Träume- reien. Solche Träume von glücklichen Völkern und seligen Inseln gewannen feste Gestalt in den Staats romanen und sozialistischen Utopien, die eben damals in Frankreich zuerst aufkamen, als ein Symptom der allgemeinen Sehnsucht nach Umgestaltung der unerträglichen gesellschaft- lichen Zustände.

Auch der Marquis de Sade ist der Verfasser eines solchen Staat sromanes, der in den Eoman ,,Aline et Val- cour" eingeschalteten ,,Histoire de Zame", der Schilderung eines Südsee-Utopien, die wir später eingehend analysieren werden.

Auch die reformierenden und pädago- gischen Tendenzen jener Zeit, die in Kous- seaus Emile", in den zahlreichen Keformwer- ken des Ketif de la Bretonne ihren bekann- testen Ausdruck fanden, hängen mit der er- wähnten anthropologischen Kichtung der öffent- lichen Interessen zusammen.

In den ,,Idees sin- gulieres" des letzteren Schriftstellers sollen die Männer, Frauen, Sprache, Gesetze, ' Sitten, Theater u.

Wir erkennen hier überall den zerstörenden, aber auch wieder- a,ufbauenden Geist des Menschen. Nicht allein die Negation kommt in Frage, das Schöpferische, Neue steht immer dahinter, wenn auch oft nur in Gestalt eines Traumes oder der blossen Sehn- sucht.

Neu ist auch im Jahrhundert die Erschei- nung des ,,h o mm e sensible", des empfind- samen Menschen. Es ist der Mensch, der alles um und in sich mit seinen Gefühlen durchwebt.

Sie ist verfeinert und fade, wird ge- rührt bei dem Anblick junger Lämmer, welche die aufsprossenden Grashälmchen abfressen, seg- net die kleinen Vögel, die ihr Glück in fröhlichem Gesänge preisen.

Sie ist emphatisch und wort- reich, ergeht sich in langen Tiraden über das Gefühl, in Schmähungen gegen die Zeit, in Apo- strophen an die Vernunft, die Tugend, die Wahr- heit und die abstrakten Gottheiten, die man in feinen Kupferstichen auf die Titelblätter graviert.

Wider Willen bleibt sie ein Mensch des Salons und der Akademie ; nachdem derselbe den Damen süsse Artigkeiten gesagt hat, sagt er sie auch der Natur und deklamiert in gefeilten Phrasen über die Gottheit.

Das Geschleclitsloben in Eng- land", Berlin Da gibt es oft ,,jene Momente, jene köstliciien Augenblicke, wo man die ganze Welt flieht, sich in ein dunkles Zimmer einschliesst oder im dichtesten G-ehölz verbirgt, um dort nach Herzenslust zu weinen.

Hier war das rohe, obscöne Wort verpönt. Leidenschaftlichkeit war ,, empfindsam sein", sich mit einem Manne begnügen, hiess ,,sich gut auf- führen", ihn zum Hahnrei machen, war ein ,, un- verzeihliches Unrecht".

Brüssel Icli könnte glücklich sein, wie ich unglücklich bin, es ist eine Sache des Zufalls," lässt de Sa de sogar die fromme Madame de Blamont in ,,Aline et Valcour" Bd.

Sie schreibt in einem Briefe vom Ach, du mein lieber Himmel, welck entsetzliche Hoffnung das! Vergessen Sie denn,, dass das Leben mir zur Last ist und dass ich.

Ach, teurer Freund, man mag: sich drehen und wenden in diesem Dasein, wo- hin man will, überall begegnet uns das Nichts- und dies Nichts, von dem ich soviel Aufhebens, mache, weil das Gefühl desselben mich so.

In mir finde ich nichts, als das Nichts, und es ist ebenso schlimm, sich in das Nichts zu finden, als es glücklich sein muss, ihm nie ent- stiegen zu sein.

Wehl a. Sie protegierte die Enzyklopädisten und schützte sie gegen Verfolgungen. So liest Sophie de Monnier während der Messe Kousseaus..

Neue Heloise", lacht über die ,,m6meries" der Nonnen und spottet über die Katschläge ihres Priesters. Sie glaubt an nichts.

III S. Trotz dieser materialistischen Anschauungen oder vielmehr wegen derselben suchte man um so inniger die Natur und die Eeize des Land- lebens, die uns z.

Nicht erst Eo u s s e au brauchte daö Naturgefühl zu wecken. Es lag in der Stimmung der Zeit, die seiner bedurfte wie der Schiff- brüchige der rettenden Planke.

Gay, Brüssel CLXXVI— CLXXVII. Soupirs du cloitre". Daher sehen wir mit Stau- nen diese Gesellschaft in den Banden eines Cagliostro, St.

Germain, Mesmer und ähnlicher Charlatane, die geschickt Natürliches mit Uebernatürlichem, Tatsächliches mit Schwin- del zu mischen verstanden, doch immer so, dass der Eindruck des Geheimnisvollen, Magischen der vorherrschende blieb.

Dies wären im allgemeinen die am meisten charakteristischen Züge in dem geistigen Bilde der französischen Aufklärung, welches also aus den verschiedenartigsten Farben sich zusammen- setzt.

Aber nicht nur dies, die zersetzende Aufklärung geht nicht nur vom Hurenhaus und frivolen Ge- spräch direkt in die Messe, sondern sie macht sich auch, da die Kirche doch nur als ganz hohle Form stehen bleibt, ihre eigenen Wunder: Wun- der am hellen Tag, öffentliche Geheimnisse, Frei- maurerei und anderes geheimes Ordenswesen, sie liebt Kartenschlägerei, Wahrsagerei und der- gleichen.

Betrüger, wie Cagliostro, beuten dies SMS. Hier ist eine eigentümliche Mystik, mit der Ironie ihrer selbst behaftet, voll pikanter Stoffe.

Der freie Wille als einzelnes, gesetzloses, leiden- schaftliches Subjekt ist Angel der Welt. Die Lieder- lichkeit, so beschönigt, ist wesentlich frivol, sie macht sich ihre Metaphysik und sieht sich mit boshaftem Lächeln im Spiegel zu wie sie geniesst.

Ks ist nicht Naturfrische mehr in diesem Genuss, — 26 — er ist reflektiert,! In Wahr- heit aber muss man sie mit ihrem Ende, das sie in der Eevolution strenge genug fanden, zusam- mennehmen, sonst hat man nur die eine Hälfte ;.

Cassel a. Ehe, Heiratsbnreaus, sinnlicher Charakter der Liehe, Hahn- reitum, männliche und weibliche Lebewelt.

Die Liebe im gröberen Sinne des Wortes gewann im Jahrhundert eine allbeherrschende Bedeutung in der höheren Gresellschaft Frank- reichs.

Nur für diese Kreise war die Liebe der Angelpunkt des Lebens, spielte das sexuelle Moment überall mit hinein, so dass eine allge- meine Entsittlichung, eine förmliche geschlecht- liche Vergiftung des Lebens die Folge war.

Falke, ,, belebte diese Welt, das Vergnügen, die Liebe. Die Genuss- sucht leuchtet aus aller Augen; die Liebesgötter spielen auf den ewig lächelnden Lippen; sie schauen uns leibhaftig an aus den Schnitzereien der Geräte, aus den Stuckaturen der Plafonds,, aus den Malereien der Wände, aus allen Werken des Pinsels und des Meisseis.

Neuerdings hat noch J. Aber die Bilder sogar solcher Künstler wie Watteau und Fragonard, die Szenen innigsten Familienlebens zur Darstellung bringen, beweisen höchstens, dass letzteres aller- dings noch in weiten Kreisen des Volkes ver- breitet war, nicht aber, dass dieses, wie David meint, von der Fäulnis der oberen Schichten über- haupt nicht berührt wurde.

Wenigstens für Paris und andere grossen Städte kann dies nicht gelten, da die Sittengeschichte zahlreiche Beispiele da- für liefert, dass die Korruption auch niedere Kreise ergriffen hatte.

Immerhin gaben die privi- legierten Klassen, der Hof- und Parlamentsadel, die Geistlichkeit, die reichen Finanziers den Ton a.

Das Volk beschränkt sich auf eine mehr oder weniger unvollkommene Nachahmung. Man kann sagen: Liebe begleitete den fran- zösischen galanthomme des Jahrhunderts von den ersten Eegungen erotischer Gefühle an bis zum Grabe.

Als der General Graf von Mau- giron im Jahre auf dem Sterbebette lag, da wies er geistlichen Beistand ab, dachte nur 1 J.

David ,,Vom Eokoko" in Vossische Zeitung :No. Oktober Yenez bergeres et bergers, Yenez me fermer la joaupiere.

Qu'on murmure de vos baisers Tout doucement mon äme soit eteinte. Finir ainsi dans les bras de l'amour, C'est du trepas ne point sentir l'atteinte ; C'est endormir sur la fin d'un beau jour!

Grabschrift in Erfüllung gegangen zu sein: Je suis mort de l'amour entrepris Entre les jambes d'une dame, Bien heureux d'avoir rendu Täme, Au meme lieu oü je Tai pris.

Da die Liebe mehr ein Gegenstand des sinn- lichen Vergnügens als seelischer Neigung war,, so war das eheliche Leben der höheren Stände- fast durchweg zerrüttet.

Die Ehen wurden fast, ausschliesslich aus äusseren Gründen geschlossen. Meist waren es Geldheiraten. Heiratet man. Allein dieses. Dave np ort 5,Aphrodisiacs and Anti-aplirodi- siacs"; London Was schert uns die Liebe, wenn wir nur reich sind.

Liebe gilt nichts in der Welt, nur Geld verschafft Eang und Stellung. Jahr- hundert in England existierten, i in Frankreich aber erst seit in Aufnahme kamen.

Ein ge- wisser Liardot soll die Idee des Heiratsver- mittelungsinstituts im Jahre zuerst ver- wirklicht haben. Es scheint nach einer Notiz in Heinzmanns Schrift ,, Meine Frühstunden in Paris", dass schon vor der Schreckensherrschaft im Jahre ein solches Heiratsbureau gegrün- det wurde, das bis existierte und dann in- folge des ,,Terreur" eingehen musste.

Es mögen nach Heinz mann a. Un Homme veuf, sans enfants, äge de 58 ans, retire du commerce, ayant fr. Une Citoyenne bien elevee et alliee, agee de vingt-six ans, ayant ete dans le commerce, disposant de f.

Avec un Gargon ou Homme veuf, sans enfans, age de trente ä quarante ans, qui auroit un etat solide, ou qui seroit dans le commerce. Der bekannteste Nachfolger Liardots war Yilliaume, der sogar über seine Unterneh- mung ein Buch erscheinen liess.

Schon taucht ein ,,Indicateur des mariages" in Bordeaux auf. Er wurde von einem Notar, Namens Morin redigiert und erschien einmal in der Dekade, musste aber schon nach sechs Monaten sein Erscheinen einstellen.

Extrait du portefeuille de M. Villiaume, precede d'un opuscule Sur son agence et ses mariages", Paris Unter ihnen nehmen die Ahogar, Mehrheit Ihogaren, als Edle, Noble eine bevorzugte Stellung gegenüber den Imrad oder Imroden, Einheit Amri, den Dienenden, Vasallen, ein.

Der Amri ist von einer mehr nigri- tischen Bildung. Ausserdem existirt unter den Tuarek noch eine Kategorie von Leuten, die nicht Edle, nicht Diener sind, als Condottieri den verschiedenen Gemein- Bchaften der Imoschach sich verdingen, ähnlich den fahrenden Reisigen des Mittelalters.

Wie kann man sich die Ausbildung eines solchen Verhältnisses vor- stellen? Einestheils Hesse sich denken, ein hellfarbiger Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze.

In der That sollen die Inirad der östlichen Tuarik den Tibu in physischer Hinsicht auffallend ähneln. Andern- theils dürften adelige Tuarik eben die Ihogaren ihr Hlut in Reinheit durch Familien- oder Freundschafts- iieirathen fortgepflanzt und dürften die Imrad, indem sie sich mit Teda oder mit sudanischen Nigritiern ge- kreuzt, eine Mischrasse gebildet haben und in eine abhängige Stellung von den reiner gebliebenen, wohl- habendem Familien gerathen sein.

Letztere konnten um so leichter zur Herrschaft gelangen und sich darin behaupten, als sie dem Kriegshandwerk in traditioneller Weise allein oblagen.

Da nun die Hiogaren, auf sich angewiesen, nicht immer zahlreich genug waren, die Stammesfehden auszufechten , so warben sie solche Imrad, die Lust und Befähigung zum Kriegführen zeigten, mietheten aber auch wol fahrende Knechte von allerhand Nationa- lität, an denen unter den reise- und abenteuerlustigen Afrikanern selten Mangel ist, endlich richteten sie auch wol passende Sklaven als Fethawie S.

Aus solchen Elementen bildeten sich jene Mittelspersonen hervor, von denen soeben die Kede ge- wesen S. Es ist übrigens eine bekanntlich nicht nur in Afrika sehr häufige, sondern auch über viele andere Länder verbreitete Erscheinung, dass sich Leute geringer Herkunft, welche in Ruhe ihr Feld be- stellen, das Vieh weiden, Handel treiben, Handwerke ausüben wollten u.

Letztere wurden dann von den krie- gerischen Trivilegirten später gewöhnlich mit Zähigkeit behauptet.

Nun aber tritt in Afrika, wie auch anderswo, häufig der Fall ein, dass ein Stamm den andern unter- wirft und dass das Siegervolk sich als eine den Kriegs- dienst versehende Klasse Bevorzugter, als die herr- schende den zur Ernährungsarbeit degradirten Be- siegten gegenüberstellt.

Die Bildung gewisser Kasten und gewisser Schutzverhältnisse zwischen Lehnsherren und Vasallen auf Afrikas Boden lässt sich absolut nur aus solchen Vorgängen herleiten.

So ist z. Später hatte er sich des Gebietes der Beni-Amir be- mächtigt und hatte sich diesen friedlichen Beduinen als herrschende Kaste aufgezwungen.

Die Kabylen und Tuarik sprechen berberisch. Er- stere haben freilich in ihre Sprache schon viele ara- bische und in Algerien selbst französische Wörter aufgenommen.

Sie bedienen sich auch wol einer Ge- heimsprache, deren jede Profession ihre eigene besitzt und welche nur ein verwelschtes Berberisch, Kabylisch oder Takebailit darstellt Hanoteau und Letourneux.

Auch die Ababde in der arabischen Wüste Aegyptens haben sich eine Art Rothwelsch aus verdrehten arabischen und Bedjawörtern zurechtgemacht S. Neben diesen Berbern, über deren alte Sitze jetzt nie- mand mehr einen Zweifel auszusprechen wagt, sollen nun noch in Tripolitanien, Tunesien, Algerien und in Marokko eine ganze Anzahl echter Araberstämme von reinster Nationalität wohnen.

Sie gehören jenen Berbern an, deren nahe Verwandtschaft mit den Bewohnern Sudans nicht nur die ganze Bildung des Hirnschiidels, sondern auch die- jenige des vorgebauten und in seinen einzelnen Par- tien wieder abgeflachten Gesichts kennzeichnen.

Jedenfalls ist auch innerhalb dieser Nomadenstämme von einem reinen Araberthum ebenso wenig die Rede, wie unter den magrebinischen Marabouts überhaupt.

Hanoteau und Letourneux wollen den Isser allein einen arabischen Ursprung zuschreiben, in welchem freilich gegenwärtig infolge häufiger Kreuzungen das berberische Element vorherrscht.

Diejenigen arabischen Semiten, welche etwa zur Zeit der Verbreitung des Islam sich hier niedergelassen, mögen allerdings die Gliederung der Stämme in die Hand genommen und nach ihren hei- mischen Gebräuchen geregelt haben.

Namentlich werden alle die Tribus, denen das Hirtenleben alte Gewohn- heit war, das bei den Beduinen der syrisch-arabischen Wüste herrschende beduinische Gesetz um so eher zu befolgen geneigt gewesen sein, als letzteres dem Indi- viduum die grösstmögliche Freiheit, der Gesammtheit aber dennoch einen grossen Zusammenhalt sicherte.

Die unter den arabischen Beduinen übliche Stammes- verfassung repräsentirt ein sehr liberales Gemeinwesen. Jedes Mitglied desselben ist frei und erkennt niemand über sich.

Zwar wählt jedes Beduinenlager seinen Schekh oder Emir, jeder Stamm seinen Gross-Schekh Schekh el-kebir.

Der Schekli ist Anführer im Kriege, er leitet die für den Stamm nöthigen Unterliandlungen, er be- stimmt den Lagerplatz, er bewirthet hervorragende Hesncher.

Trotzdem ist er nicht eigentlich Fürst, wie- wol seine Würde sich in gerader Linie forterbt. Burck- hardt erwähnt, dass selbst die mächtigsten Anführer der syrischen Aeneze nicht die geringste Strafe über den Aermsten ihres Stammes verhängen dürfen, ohne sich einer tödlichen Rache des betreffenden Indivi- duums und seiner Verwandten auszusetzen.

Bei Rechts- liändeln innerhalb eines Stammes rufen die Parteien wol den Ausspruch des Schekh an, oder sie vergleichen sich miteinander, oder sie unterwerfen sich den Sen- tenzen des Kadi el-Arab, dessen Würde ebenfalls erb- lich ist.

Selbst eine Art Gottesgericht existirte in der Syrischen Wüste, dessen Verhängung durch den Ober- richter, Mebesschae, erfolgte.

Körperliche Strafen gibt es ursprünglich nicht, sondern nur Bussen an Geld und Naturalien. Derartige freie Einrichtungen entsprachen nun dem Sinne aller jener Nomadenvölker verschieden- artiger Nationalität, welche die weiten aussichtsvollen Wüsten und Steppen Ostasiens und Nordafrikas durch- wanderten.

Hierzu kam der Islam mit seinen mit der. Anschauungsweise so einfacher Naturmenschen sich sehr wold vertragenden Satzungen.

Wenn unter den Bedja- nomaden Nubiens und Sennars heutzutage jene freie, zugleicli mit dem Islam eingeführte Stammesverfassung vielfach verändert wurde, so waren daran die Einflüsse der Könige der Funje und später auch der Türken schuld.

Denn diese Mächte verliehen, kraft ihrer über- legenen Waffengewalt, den Bedja-Scliekhs grössere Rechte über ihre Stammesangehörigen, um unter diesen mehr Tribut zusammentreiben lassen zu können.

Ihre Abgesandten übernahmen wol öfters persönlich das Amt von iVügelprofosen gegen widerspenstige Steuerpflichtige. Wo im Magreb sich das Türkenthum festgesetzt hat, da ist es mit der Reduinenfreiheit ebenfalls trübe ge- worden, und in Algerien soll es seit der französischen Afrikanische Monschcnstämmo und di n n WohiisjtZ' Occupation kaum besser aussehen.

Nun muss frcilicli anerkannt werden, dass compactere staatliche Gruppen solche Zügellosigkeit freien Nomadentliunis innt'ilialb ihrer eigenen Grenzen nicht dulden durften, ohne da- mit die Grundfesten ihrer eigenen Macht zu ge- fährden.

AVir können uns demnach wol vorstellen, dass ein- geborene Stämme des nordwestlichen Afrika, die Gesetze tler Araber und deren Sprache annehmend, ihre zunft- artige Abgeschlossenheit in Stämmen und Lagern durch Jahrhunderte hartnäckig weiter behaupteten.

Hatten nun wirklich einmal arabische Eindringlinge in diesem oder jenem der angeführten Nomadenstämme nume- risches Gewicht erlangt, so mochte dadurch auch das physische Aussehen der Glieder des betreffenden Tribus beeinflusst werden , sodass sich innerhalb desselben wirklich hervortretendere semitische Körpermerkmale ausbildeten.

Aber annehmen zu wollen, dass ganze Tribus von Einwanderern aus dem ohnehin schwach bevölkerten Arabien sich in diesen Ländern des Magreb in völliger typischer Reinheit erhalten haben könnten, das muss an der Hand der Erfahrung durchaus zurückgewiesen werden.

Dasselbe gilt von jenen an- geblich reinen Araberstämmen, welche die Sudanstaaten unter den Namen Uled-Soliman, Schua oder Schiwa n.

Die einfache schlichte Versicherung unserer Reisenden Barth, Nachtigal u. Eine solche aber würde sehr voraus- sichtlich die über jene centralsudanischen Stämme ver- hängte Semitentheorie ebenso zu Falle bringen, wie es jetzt selbst angesichts der Hagenbeck'schen Nubier vor dem Richterstuhle bewährter Anthropologen mit HARTMASS.

Entweder sind jene obenerwähnten Beduinen Centralafrikas ver- sprengte Bedjastämme, oder sie sind Berbern, hier und da vielleicht mit etwas Araberblut gemischt.

Spä- tere, von tüchtigen Untersuchern vorgenommene For- schungen werden ja auch hierüber die letzte Entschei- dung bringen. Dass die arabische Sprache hier nicht in Betracht kommen darf, welche ja als Glaubens-, als Schrift- und Verkehrssprache die einheimischen Idiome theils schon verdrängt hat, theils noch immer verdrängt, ist bereits anderweitig hervorgehoben worden.

Zu ihnen gehören zunächst die Berun oder Burun, die Ingassana oder Bewohner des Tabigebirgs und die Hammedj der Länder Roseres und Fasogl.

Im weitern Sinne schei- nen aber auch die dunkelhäutigen Bewohner des Abay, die Basena oder Bewohner von Basen Westabyssinien , sowie die VAlen in dem sonst vom Nobavolke be- wolinten Takla, Tagela oder Tegeli in Südkordufan echte Funje zu sein.

Icli zähle die letztern zu jenen iliedern der Nigritier, welche die Uebergänge zu den Bedja, Berabra und Berbern bilden. Die Funje erlangten im Jalirlmndert durch ge- waltsame Unterdrückung des Staates Aloa S.

Sie grüudeten das Relcli Sennar und erlangten die Hegemonie über eine Anzahl auch entfernter woli- nender Stämme von Nubion, Taka und Kordufan.

Vom Heidenthume zum Islam bekehrt, geriethen die Funje als Grenznachbarn der Abyssinier mit letztern, bekanntlich schon alten Christen, in häufige Fehden.

Xoch im vorigen Jahrhundert fand ein abyssinisches Heer in den Wäldern von Sennar durch die allezeit kriegsbereiten Funje seinen Untergang.

Allmählich aber doch an Macht und an Einfluss verlierend, von Innern Zwistigkeiten zerrissen, wurden die Funje im dritten Jahrzehnt unsers Jahrhunderts nacli allerdings sehr tapferer Gegenwehr eine Beute jener desperaten Kriegsvölker, mit deren Hülfe Mohammed-Ali-Pascha von Aegyp- ten seine Herrschaft südlich der nubi- schen Grenze zu bereichern wusste.

Infolge der Berührungen zwischen Funje, Berabra, Bedja, Noba und nigritischen, sowie abyssini- schen Sklaven aus verschiedenen Gegenden Central- afrikas sind in Unter-Sennar, ferner in Kordufan Misch- völker entstanden, welche im allgemeinen von nigri- tischem Habitus, der Hauptsache nach die körperlichen Eigenthümlichkeiten der Berabra darbieten, deren Blut in diesen Mischlingen vorherrscht.

Es gibt unter solchen Leuten ganze Familien, die dunkler gefärbt und mit flachem Gesichtszügen versehen sind, als andere, die sich durch hellere Färbung und durch ein schärfer l]C Erstes Buch.

Diese Schwankungen sind eine Folge der bald stärkern, bald schwächern Ein- impfung von nigritischem Blut. Die Schwankungen können sich in einer Familie, je nachdem Heirathen mit Vertretern dieser oder jener Nationalität unter- nommen werden, in absteigender Linie wiederholen, auch können Rückschläge bald nach Berabra, bald nach Funje, nach Bedja oder dergleichen hin stattfinden.

Daher bildet dieses Mischlingsvolk, dessen geographische Ausdehnung übrigens von Jahr zu Jahr wächst, wegen der Unbeständigkeit seines Nationaltypus ein wahres Kreuz für den Anthropologen.

Die an dieser Mischung theilnehmenden Stämme zeigen eine so grosse nationale Verwandtschaft miteinander, dass ihre Mischehen sehr fruchtbar sind.

In den Strudel dieser Kreuzung sind nun seit Jahrzehnten, seit das türkisch-ägyptische Säbel- regimeut in gleichmachendem centralisirendem Vorgehen die ehemals vorhanden gewesenen nationalen Schranken zwischen den nubischen Stämmen beseitigt hat, nament- lich die den Bedja angehörenden Dj aalin hinein- gerissen worden.

Es war dies ein zahlreiches und tapferes Volk am obern Nillauf, dessen Melik oder Fürst, im vorigen Jahrhundert noch ein Vasall der Funje, dann unabhängig geworden war und zu Schendi residirte.

Die Djaalin verbanden von jeher Energie und Schlauheit mit Hochmuth und religiösem Dünkel. Sie waren glaubenseifrig, und in keinem andern Volke Ostsudans haben sich mehr Fukaha oder Schriftgelehrte des Islam entwickelt, aus keinem Stamme dieser Gegen- den sind mehr der niedern Geistlichen, der Frömmler- gemeinden Fukra und mehr Missionare des Islam hervorgegangen, als aus der Mitte der Djaalin.

Schon mit ihrem Volksnamen Djaali! Im Jahre gelangte der zur Eroberung von Sennar ausgesandte ägyptisclio Prinz Ismail- Pascha nach seinem Siege über die Schaikie oder Schekie bei Korti nach Schendi, Hier hielt damals Melik El-Nimr, ein stolzer, unabhängig gesinnter Mann, sein schlichtes Iloflager ab.

Unfähig, sich dem mit Artillerie ver- sehenen und mit Musketen bewaffneten, durch vorzüg- licho Reiterei verstärkten Aegypterheere in offenem Kampfe zu widersetzen, unterwarf sich El-Nimr zähne- knirschend dem Pascha.

Letzterer fügte seinem neuen Vasallen im osmanischen Uebermuth, trunken von Me- risi oder Sudanbier, eine schwere Beleidigung zu.

El- Nimr rächte sich dadurch, dass er den Pascha sammt seinem Stabe bei nächtlicher Weile überfiel und inden jenen Türken zum Aufenthalte dienenden Strohhütten verbrannte.

Infolge dieses Attentates flüchtete El-Nimr nach May-Gogwa an der abyssinischen Grenze. Seine getreuen Djaalin zogen zu ihm und scharten sich um ihn her.

Durch Unzufriedene aus allen Theilen Ost- sudans und durch abenteuernde Abyssinier verstärkt, führten El-Nimr und der Djaalin-Schekh Abu-Roasch einen langjährigen blutigen Guerrillakrieg gegen die Aegypter.

Nach des Melik Tode setzte der namentlicii durch König Tedrus, den Helden von! Magdala, auf- gehetzte Sohn Hasan Woad Wolled Ninir den Krieg fort.

Dieser hat erst vor kurzem auf gütlichem Wege sein Ende erreicht. Nach dem Verrathe wju öcliendi eröffnete Ismail- Paschas Schwager, der grausame Mohammed Bey-el- Defterdar, einen Rachekrieg gegen die aufsässigen nubi- schen Provinzen, Hess etliche tausend Berabra und andere Eingeborene über die Klinge springen und gab das ganze nubische Nilthal dem Verfall, der Verarmung preis.

Die Djaalin haben sich seit jener Zeit in alle Winde verzogen. Sie, welche von unsern Reisenden noch mit aller Zähigkeit für echte Hedjas-Araber er- 38 Erstes Buch.

Das den obern Nillauf zwischen Kliartum und Berber, sowie Untersennar bewohnende, ebenfalls sehr nigritisch-gebildete Mischvolk zeigt eine starke nationale Unterlage von Djaalin.

Zu diesen Völ- kerschaften gesellen sich einige in vielfacher Hinsicht noch räthselhafte Stämme, die zwar schon von vielen Reisenden besucht, aber trotzdem von keinem einzigen derselben in befriedigender Weise beschrieben worden sind.

Ich meine hiermit die Tibu oder Teda, die Ka- nori oder Kanuri und die Fulan oder Felata. Erstere hausen in der östlichen Sahara, in Tibesti, Wadjanga, Borgu, in welchen Gebieten sie frei sind, ferner in Kauar, wo sie von den Kellui Tuarik , in Fesan, wo sie von den Türken tyrannisirt werden, endlich leben sie zerstreut durch viele Gebiete Centralsudans.

So weit die vorhandenen Beschreibungen und figürlichen Abbildungen uns zu selbst nur vorläufigen Schluss- folgerungen berechtigen, dürften sich diese meist schlank und edel gebildeten Leute den Berbern und den Bedja eher anreihen lassen als den Negern.

Auch sollen die Blemmyer, deren Angriffe auf die Nilbewohner und deren Besiegung durch den christ- liclien Nubicrkönig Silco eine Inschrift im Tempel zu Talmis oder Kalabsche besingt, theils den Teda, tlieils den Bedja angehört haben.

Die Fulan oder Fulbe, Einheit Pullo, die Felata, der OstsudaiRson. Manche ihrer Gemeinden haben sich bis in die Hausaländer und nach Bornu eingeschmuggelt.

Ilagere Leute von schlankem Glieder- bau, von wenig krausem Haar, etwas Bartwuchs und von röthlich-brauner, öfters aber auch noch dunklerer Färbung, eine Sprache redend, welche nicht geringe Anklänge an die berberinische S.

Die Kanori in Bornu endlich sind Nigritier, zu denen auch die Bewohner von Bagirmi, W'aday, sowie die zahlreichen theils in den letztern Sudan-Staaten, theils in deren Süden wohnenden Bidduma, Bulala, Musgu und noch andere, von unsern bisherigen Reisenden leider nur sehr mangelhaft charakterisirte , dunkelhäutige Stämme gerechnet werden müssen.

Die Nigritier S. Von letztern sind freilich bisjetzt erst sehr wenige nach wissenschaftlich-anthropologischer Methode untersucht worden. Van der Hoeven, Fritsch, Bilharz, Falkenstein, Köhler und der Verfasser dieses Büchleins sind fast die einzigen, welche dem Nigritier in seinen Heimatländern buchstäblich auf den Zahn ge- fühlt, ihn als ganzen Menschen, als ein Ob- ject der Naturbeschreibung, ins Auge gefasst haben.

In vergleichend ethnographischer Darstellung hat Schweinfurth die Nigritier meisterlich beleuchtet. Bastian, Güssfeldt und Pechuel-Lösche erwiesen sich als vortreff- liche Erforscher der nigritischen Sitten und Gebräuche- In ähnlicher Weise haben Burckhardt, Rueppell, Russ.

Freilich müssen wir lebhaft bedauern, dass es den ebengenannten hervor- ragenden Reisenden nicht vergönnt gewesen war, das Küstzeug des durchgebildeten Anthropologen, der zugleich Arzt, am besten Anatom sein muss, in An- wendung bringen zu können.

Angesichts der angedeuteten Verhältnisse fällt es uns sehr schwer, aus der Unmasse von ethnologischen An- gaben, welche uns von verschiedener Seite über die Nigritier vorliegen, ein einigermaassen genügendes Bild hinsichtlich der Abstammung und Vertheilung der scliwarxen Völker Inner- und Westafrikas zusammen zu construiren.

Nachfolgendes darf daher nur als ein vorläufiger schwacher Versuch dazu aufgefasst werden. Ich habe oben bereits mehrfach angedeutet, dass die bislier abgehandelten Stämme der Berbern u.

Zu den Nigritiern reichen von Norden und Osten her die Funje, die Teda, Orma, die Mandinka oder Mandingo, die Wolof als verbindende Glieder herüber.

L-i v.. An die luiije schliessen sich die den Süden der Halbinsel Sennar bewolinenden Stämme und dlo Völker Niam-Niam.

Unter letztern behaupten die Schilluk die nächsten Verwandten der Funje zu sein. Geschiclit- lich ist nun wenigstens erwiesen, dass die heidnischen Zerstörer des Aloa-Reichs S.

Alle Stämme des Weissen Nil gehören bis auf die Bari einem völlig gemeinsamen physischen und Sprachstamme an und wenn wir die grosse Gruppe der 42 Erstes Bucli.

Auch die im Süden Bornu's hausen- den Musgu S. Mit den Sande oder Niam-Niam im Centi-um beginnt eine sehr ausgedehnte Yölkergruppe, Fiy.

Der Monbuttu-Könie 44 Erstes Buch. Auch die von Livingstone, Cameron und von Stanley beschriebenen Wanyema, Waguha, Warua, sogar die Wanyamesi im Osten und im südlichen Innern, die Balonda und Ban- dombe scheinen sich jener Gruppe anzuschliessen.

Wie eine isolirte Völkeroase nehmen sich aber nach den bisherigen durch Schweinfurth gewonnenen Er- fahrungen die kannibalischen, im Bereiche des Uelle- flusses wohnenden Monbuttu aus.

Unser Reisender be- merkt, dass mindestens 5 Procent dieser einen nicht unbedeutenden Grad von Civilisation darbietenden Na- tion grau-blondhaarig seien, dass alle eine hellere Haut- farbe und stärkern Bart wie die Niam-Niam hätten, sowie dass sie vielfach eine krankhafte Unruhe in den Augen wahrnehmen Hessen.

Die Nase der Monbuttu soll häufig durch ihre grössere Länge und Krümmung auffallend von der gewöhnlichen Form der Negerrassen abweichen und an semitische Profile erinnern.

Ver- fasser dieses Werks kann nun versichern, dass die von Schweinfurth präparirten und in natura vorliegen- den Monbuttuschädel einen durchaus dolichocephal- nigritischen Charakter an sich tragen.

Halten wir uns aber für jetzt an Schweinfurth's Darstellung, so finden wir diesen Forscher geneigt, die Monbuttu mit den Fulbe in verwandtschaftliche Beziehung zu setzen.

Die falbe Haarfarbe würde uns bei Afrikanern nicht allzu absonderlich erscheinen, zumal sie doch allem Vermuthen nach nur einem gewissen Procentsatze jener Kannibalen- bevölkerung eigenthümlich ist.

Auch steht entwickelterer Bartwuchs keines- wegs ohne Beispiel in der Negerbevölkerung da, wie dies unter vielen andern durch die beigegebene, sehr charakteristische Abbildung Stanley's, der bekanntlich mit dem photographischen Apparat arbeitete, bezeugt wird.

Diese genannten, im Osten des Tanganika- Sees wohn- haften Stämme bilden den Uebergang zu den Balonda und theils durch diese, theils direct zu den A-Bantu.

Aber auch die Bedjastämme müs- sen in Vergleich mit den Mon- buttu gezogen werden. Wir dünken uns nämlich ebenso iXiit im Recht, diese Leute den Beduinen von Kordufan, Sennar und Taka beizuge- sellen, wie andere sich im üecht glauben, letztere als Abkömmlinge der Araber verzeichnen zu dürfen.

Wenn man nun mir gegenüber bei dieser Gelegenheit behaupten will, dass unter den Bedja sich auch an die arabisch- jüdischen syro- arabischen erinnernde Physiognomien vorfänden, so antworte ich darauf zweierlei: entweder ist das ein sich überall wie- derholender Zufall oder, es können die dem afrikanischen Völkercomplex angehören- den Bedja durch Heirathen mit syrisch-arabischen Ein- wanderern Nachkommen hervorgebracht haben , bei denen gelegentlich der letztere Typus in atavistischer Weise wieder zum Durchschlag gelangt.

Zu den Nigritiern des afrikanischen Nordostens ge- Fiff. Alle dieser Familie angehörenden Tribus zeigen unter- einander eine gewisse Aehnlichkeit in ihrem physischen Habitus.

Es sind hochgestaltete, dunkelgefärbte Leute mit wollig-gekräuseltem Haar und einer meist ent- wickelten Nasenbildung. Die Nase tritt bei ihnen noch aus dem Antlitz heraus, und zwar theils gerade, theils gebogen.

Sie zeigt seltener die starke Einsattelung und Plattheit wie bei den Niam-Niam und bei vielen west- lichen Stämmen. Am Schädel der Schilluk wird z.

Die Sprachen der Schilluk, Denka und Bari haben viel Aehnlichkeit miteinander. In den südlichen Bergdistricten von Kordufan leben die Nobastämme, Nigritier mit häufig ebenfalls ent- wickelter Nase und mit nicht selten üppigerm Haar- wuchs.

Unter ihnen haben sich, namentlich in dem Ge- birgslande Takla oder Tekele, Funje Schilluk nieder- gelassen, welchen letztern die edelsten Familien des Landes angehören sollen.

Die Noba reden eine den berberinischen Dialekten ähnliche Sprache und es ist nicht unwahrscheinlich, dass in ihnen die eigentlichen Stammväter der Berabra zu suchen sind, welche viel- leicht vor alten Zeiten von Kordufan aus ihre erobernden Unternehmungen gegen das nubische Nilthal und gegen Sennar ausgeführt haben.

Afrikanische Monschenstämmc und deren Wohnsitze. Die Mittuvölker, welche nach Schweinfurth eine Gruppe t iMen, nähern sich den Schilderungen dieses Reisenden.

In Für sehen wir neben mancherlei Solengo oder Solendj, d. In West Sudan nehmen eine bedeutendere Länder- strecke die Hausastämme ein, Nigritier mit weniger ent- wickelter, in ihrem Rücken eingesenkter, breitgetlügelter Nase und mit wulstigen Lippen, eine gut veranlagte, lebhafte und empfängliche Nation, welche den Einfluss ihres zwar auf dürftiger Stufe verbliebenen, aber doch in gewisser Eigenart entwickelten Culturlebens selbst bis nach Aschanti und in die am Golf von Benin ge- legenen nigritischen Staaten hineinzutragen verstanden.

Ausser den Hausa haben die nigritischen Sonray im Nigergebiet eine geschichtliche Entwickelung auf- zuweisen. Schon im ersten Jahrtausend unserer Zeit- rechnung tauchen Hauptstädte der Sonray zu Kukia und Gerho aus dem Nebel der sudanesischen Staaten- geschichte empor.

Aegyptische Missionare scheinen den Islam zu den Sonray getragen zu haben, wenigstens deu- ten gewisse Ueberlieferungen auf einen solchen Vorgang hin.

Sonray wurde später durch die meist berberischen 48 Erstes Buch. Marokkaner zerstört, welche sich in den eroberten Ländereien ansiedelten und hier Anlass zur Bildung Ton Mischlingen, den Arama oder El-Ruma, gaben, die noch jetzt mitten unter den physisch wohlgebildeten Sonray erkennbar sein sollen.

Wieder ein anderes grosses Reich in Westsudan, näm- lich Melle oder Melli, wurde von den Mellinke oder Fig, Mandenke, Mandinka, Mandingo gegründet.

Auch diese sind echte Xigritier mit zum Theil geraden, zum Theil namentlich beim niedern Volk eingedrückten Käsen mit breiten Flügeln und von hoher, schlanker Gestalt.

Melli ist längst zerfallen, allein die Mellinke oder Leute von Melli sind heute noch ein zahlreiches, in Westafrika weitverbreitetes Volk.

Ans der '. Aus Gefangenen wird die desperate, stets zum Losgehen bereite Leibgarde der Sofa gebildet. In den Landschaften, welche gegenwärtig als Trüm- mer der ehemaligen Reiche Sonray und Melli angesehen werden, herrschen wunderliche, zum Theil sehr ver- wickelte politisch-ethnische Verhältnisse.

Bambara und deren Gefangene, Fulan, Ilausaleute, Sonray und Ber- l ern streiten sich hier in aufreibenden Fehden um die Obrcacht. Die grosse Handelsstadt Timbuktu ist schon seit lange Sitz der raffinirtesten politischen Intriguen sowie ein vielfach umstrittener Besitz gewesen.

Es wieder- holen sich hier heutzutage Vorgänge, wie sie bereits vor Jahrhunderten in Afrika unter dem Einflüsse der islamitischen Sendboten sich einleiteten und wie sie jahrhunderte- lang fortdauerten.

Und wie zum Hohne sind es seit Generationen auch viele schwarze unverkennbar nigritische Mekka- pilger, die Tekarine, Einheit Tekruri, welche Afrika in der Richtung von Westen nach Osten und umgekehrt durchstreifen, die den Islam unter ihren heidnischen und halbheidnischen Rassenangehörigen nicht nur mit Feuereifer predigen, sondern sogar mit Feuer und Schwert zu verbreiten suchen.

Unter diesen schwarzen ascetischen Männern fanden sich einige hervorragende, furibunde Geister, welche grossen politischen und religiösen Einfluss über mäch- tige Länderstrecken ausgeübt und ihren Namen in die Gedenktafeln der Geschichte Afrikas mit flammenden Zügen eingegraben.

Dazu gehören u. Hadj Omar, der ja mit den Franzosen am Senegal einen erbitter- ten Krieg geführt hatte, dann von General Faidherbe besiegt, sich nach dem Innern wandte und hier in heissen Kämpfen der verlotterten PuUoherrschaft zu Hamdallahi am Niger ein Ende machte, ferner Dan- fodio, jener S.

Was war denn seltst Schekh Mohammed-el-Amin anders denn ein ehemaliger Anführer von Kanembulanzen- trägem, was war er anders als zugleich ein energischer Fakih S.

Er war von gemischt- nigritischer Abkunft, aus Fesan gebürtig und gab einem neuen Staatssystem, einer neuen Dynastie das Leben.

Diese im grossen sich vollziehenden Vor- gänge finden aber ihre Nachahmung in Tausenden von geringern Ereignissen. Ueberall spielen schwarze Te- karine die Holle von Marabouts, wie man dergleichen von anderer Seite aus hauptsächlich nur den Arabern zuschreiben möchte.

Der Islam treibt seine üppig wuchernden Wurzeln jetzt immer tiefer nach Westafrika ""''M. Sogenannte maurische, d. Bekanntlich gestattet der Koran den Gläubigen selbst auf heiligen Fahrten gelegentlich kleine Geschäft eben zu machen, warum sollte denn nicht auch der maurische Gläubige in den Ländern des schwarzen Magreb, im Sudan, das Angenehme mit dem Göttlichen verbinden können, hier oder dort Tücher und Glaskorallen ausschachern und mitunter dabei zu- gleich den Houris im Paradiese Lieblinge gewinnen?

Gewöhnlich dünkt man sich bei uns vom hohen Throne der modernen Cultur herab das Leben der faulen Nigger in öder einförmiger Unfruchtbarkeit des Daseins einherschleichend , etwa wie ein modriges Torfrinnsal.

Dabei macht man sich aber eben bei uns, wo neben tiefster Bildung doch auch ein guter Theil von Halb- wisserei und von gänzlicher Unwissenheit ihre Plätze behaupten, selten einen auch nur entfernten Begriff von dem zwar eigenartigen und in seiner Qualität be- schränkten, trotzdem jedoch ungemein regen politischen, religiösen und socialen Treiben in den Sudanländern I Hier sollten erst Völkerpsychologen ihre Studien machen!

Das ganze westliche Afrika, südlich vom Flusse Senegal, wird von Nigritiern bewohnt, welche wie- derum in zahlreiche Stämme zerfallend, immer doch durch ein gemeinsames Band des physischen Habitus, der Sprachen, Sitten u.

Tief im Innern von Afrika, südlich vom Aequator, herrscht in seiner beliebig hier und da aufrichtbaren Mussumba oder Residenz der Muata-Yanvo Muata-ya- Nvo , von dessen Macht und Reichthum bereits ältere Berichte soviel Frappirendes darzustellen wussten.

Unserm Landsmanne Dr. Pogge ist es ja geglückt, diesen grossen Nigritierfürsten in der Mussumba be- grüssen zu können. Sein Volk, die Balonda, scheinen nach dem wenigen Vorliegenden die physiognomischen Eigenthümlichkeiten der Niam-Niam, Fan und Loango- Schwarzen mit denjenigen , der A-Bantu oder Kaffern zu vereinigen.

Eine ähnliche ethnologische Stellung nehmen die Guissama oder Quissama in Angola süd- lich vom Coanza ein. Unter diesen finden sich zum Theil Leute mit eingedrückten Nasen und flechtbarem Haar, wie die Niam-Niam und die von Livingstone, Cameron und Stanley aufgeschlossenen Völker des Tanganika sowie auch der Ogowegebiete.

Ferner finden sich darunter Leute mit der schärf ern Profilirung der Bedja, endlich solche mit den mehr breiten, rohen, bauerischen Gesichtern der Zulu und der Xosa.

Ich will keineswegs behaupten, dass die Quissama alleinige oder selbst nur vorzügliche Träger solcher variirender physiognomischer Verhältnisse seien, ich nehme sie be- sonders deshalb ins Augenmerk, weil sie durch den Photographen Joaque einen ganz vortrefflichen Dar- steller fanden.

Siehe Fig. Dagegen zeigen wieder die Ga, die Aschanti und Fanti der Goldküste Fig. Südlich vom Tanganikasee erstrecken sich bis gegen den mittlem Lauf des Zambezi hin eine Reihe von 54 Erstes Buch.

Völkerstäramen, welche, soweit die geringen bisher über sie verbreiteten Nachrichten uns zu Schlüssen be- rechtigen, ebenfalls eine zwischen den centralafrika- nischen Nigritiern und den A-Bantu vermittelnde Stel- lung einnehmen, ähnlich wie die Balonda u.

Gewisse dieser Stämme, wie die Man- ganja im Schiregebiete, sind durch die schrecklich ent- stellende Gewohnheit auffällig, in Lippen- und Ohrzipfel grosse Holzpflöcke zu stecken, eine an die bekannte rohe Schmückungsmethode der brasilianischen Botocudos oder Engräckmung erinnernde Verunstaltung.

Dieselbe findet auch bereits bei den nördlicher wohnenden Mittu- Luba und bei andern Mittu statt, sie wird selbst in be- schränkter Weise von den Musgu im Süden vom Logon- gebiete , endlich von den Kadje im Westen des Tsad- sees geübt.

Die A-Bantu oder Kaf- fern nehmen heutzutage die Südseite Afrikas zwischen dem Kunene, der Walfischbai und dem Zambezi bis gegen die Winterberge und den Keiskamraa hin ein.

Sie um- fassen die Gruppen der Amaxosa, Amazulu , Betchuana, der Ova-IIerero und Owambo. Die Betchuana dagegen wohnen zwischen dem Oranje- fiuss und dem Zambezi.

Urnen gehören sehr wahr- scheinlich noch melirere an den letztern grossen Strom grenzende Stämme an, wie z.

Machololo, Maschona, Banyny und Batoka. Die Amazulu, ein wilder, energischer Eroberer- stamm, dessen physische Stärke, militärische Dressur lind Fechtweise in gescldossenen Gliedern ihm eine grosse Ueberlegenheit über die schwächern Nachbar- völker verschaft'en musste, hat in Südostafrika beträcht- liche politische Veränderungen zu Wege gebracht.

Ganze Erstes Buch. Nationen, allerdings auch von A-Bantu selbst und ein Theil der Hottentotten, sind durch jene Eroberer aus- einandergerissen und zerstreut worden.

Gewisse Keste derartig zersprengter Kafferstämme haben sich unter das sie kräftig schützende englische Protectorat be- geben.

Es sind dies die oftgenannten Amafengu oder die Fingoes, welche jetzt in den lleihen ihrer Beschützer Ein Mtuta. Ihnen nahe verwandt sind die bis an den Kunene reichenden Owambo.

Als ein gewissermaassen rasseloses Volk dagegen sind die Bergdamara zu betrachten, die aus vielen heterogenen Elementen bestehend, vor ihren zahlreichen Bedrängern felsige Districte an den Grenzen der Kalihari in Besitz genommen haben.

Woher sind alle die A-Bantu gekommen? Nicht wenige europäische Reisende machen, wiewol nicht mit Recht, auf die der europäischen sich angeblich nä- hernde Körperbildung vieler dieser Stämme aufmerk- sam, sie sprechen sogar von unter jenen vorkommenden semitischen Physiognomien und Sprachlauten.

Die Bantuvölker üben die Beschneidung aus und er- innert bei ihnen manches an die Sitten der Stämme Nordostafrikas. Ihre eigene, allerdings nur dunkele Tradition weist auf einen nördlichen Ursprung hin.

Fritsch bemerkt, dass nach den Erkundigungen eines sehr zuverlässigen englischen Colonialbeamten selbst unter Fingoes die Erinnerung an gewisse schriftliche Aufzeichnungen, die in den ewigen Kriegen zerstört worden wären, noch bis heute nicht verloren gegangen sei.

In der That mahnt das ganze Sein der heutigen Kaffern an einen intellectuellen Rückgang derselben. Indessen er- innern hier im Süden Afrikas vorkommende Trümmer ehemaliger Staaten und die Reste mächtiger Bauwerke daran , dass selbst die jetzt so versimpelten Kaffern einmal im Stande gewesen sein könnten, bedeutendere Schöpfungen auf politischem und materiellem Gebiete auszuführen.

Ihm waren die Goldwäschereien unter- thnn, deren einer Theil noch jetzt mit so grossem Krfolge von neuem bearbeitet wird.

Stanley bemerkt, dass Monomotapa ehemals jenen Theil des südöstlichen Afrika eingenommen habe, den jetzt die Amatabele S.

Der König von Monomotapa hiess Benomotapa oder Kitewe. Schon ältere portugiesische Schriftsteller, wie De Barros, be- richten davon wie von einem Wunderwerk.

Sie soll hohe Steinbauten gebildet und Inschriften enthalten haben, welche letztere weder Portugiesen noch Araber zu entziffern verstanden.

Neu entdeckt wurden die Ruinen der Zimbaoe durch K. Sie scheinen in den letzten Zeiten durch Schwarze, wol Makoapa, welche hier Zuflucht gesucht, vielfach be- schädigt, selbst eingerissen worden zu sein, wahrschein- lich um die vorhandenen Bausteine zu benutzen.

Mauch fand keine Inschrift mehr vor, wohl aber rohe Orna- mente in Form von Zickzacklinien und ineinanderge- schobeneu Vierecken. Ich habe die von Mauch ge- gebene Abbildung der Zimbaoe mit bildlichen Dar- stellungen verglichen, welche A.

Hübner von alten Be- festigungen im Amatabelelande, Werken der Maschona, gibt. Ich halte nun die Bauart der Zimbaoe für die- selbe wie jene der Maschona.

Aehnlich urtheilt Fritsch. Baines hörte über andere grosse Baureste 80 engl. Auch mir sind durch Missionare ähnliche, allein selbstständige Notizen beigebracht worden.

Wir haben hier also vielleicht üeberbleibsel ehemaliger Kafternherr- lichkeitvoruns. Weitere Forschungen und Nachgrabungen an derartigen Ruinenstätten werden uns wol dereinst mehr Aufschluss über die Geschichte der Bantuvölker bringen, durch deren bisheriges Dunkel ja leider nur wenig schwache Lichtblitze emporleuchten.

Auffallend ist die physische Aehnlichkeit vieler Bantu, besonders Zulu, Swazi und Suto, mit Bedjah. Zwar könnte man wol die Möglichkeit in Zweifel ziehen, dass ein aus dem fernen Winkel Südostafrikas stammendes Volk, eine nicht allzu bedeutende Zahl streitbarer Männer, einen grossen Theil des afrikanischen Continents zu durchmessen und überall hin den Schrecken seines Namens zu verbreiten im Stande gewesen wäre.

Allein unter den wilden, stets zur Gewaltthätigkeit geneigten Nigritiern Innerafrikas haben sich immer Leute gefunden, die einem heranrückenden muthigen Erobererstamme sich anzuschliessen und mit ihm gemeinsame Sache zu machen geneigt waren.

Im rastlosen Kriegseifer Landschaft um Landschaft durchziehend, unter den Zwang einer furchtbaren Disci- plin gebracht, voll wilder, unbändiger Energie, konnten die national zwar nicht mehr als Djagga bestehen- den, wol aber von deren Sitte und Gesetz beherrsch- ten, bunt zusammengewürfelten Eroberer nach Ver- lauf von Jahren in Westafrika auftauchen, um endlich, sobald der Gipfelpunkt der Macht überschritten war, in der Masse widerstrebender Nigritierstämme allmäh- lich wieder zu verschwinden.

Noch in neuerer Zeit haben deren stattgefunden. So der grosse, einer Völkerwanderung ähnelnde Zug der Mantati Baman- tatisi , eines nördlichen Betchuanastammes, gegen die Capcolonie im Jahre So die Eroberungszüge der den Djagga von Kilima verwandten Amazulu, welche unter einer ganz ähnlichen Ileeresverfassung wie jene zur Zeit ihrer scheusslichen Tem-Bana-Dumba stehend, von ihren Häuptlingen ütchaka, Udingaan und Urasele- katsi bis zu den Ufern des Limpopo und bis zur Mündung des Tugela ijeführt wurden.

Strome durchmaass, wohnten von diesem aus bis hinab zum Cap der Stürme die Koi- koin oder Hottentotten. Scheinbar gehören diese ledergelb gefärbten, kurz- und kraushaarigen, mit birn- furmig nach unten sich verjüngenden, plattnasigen und dicklippigen Köpfen versehenen Leute unter die übrigen Afrikaner nicht hinein.

Indessen glaube ich trotz- dem, dass auch für diese angeblich so abweichenden Ureinwohner Südafrikas der Tag kommen werde, an wel- chem ihre Einreihung unter die übrigen Nigritier durch naturgemässe Anreihung an aufgefundene Uebergangs- stämme ohne Zwang vorgenommen werden könne.

Ein Schwärm von mit fremdem, hauptsächlich euro- päischem Blute gemischten Bastardhottentotten, die sogenannten Griqua, setzten sich am Oranje- flusse in der Gegend von dessen Vereinigung mit dem Vaal fest und nahmen unter ihrem tapfern Clanshäupt- linge Andries Waterboer bei Lataku an der blutigen Zurückdrängung der S.

Ein nomadisirender Hot- tentottenstamm, die Korana Einheit Kora , hat im Gebiete des Oranje- und des Yaalflusses noch bis heute eine gewisse na- tionale Selbstständigkeit bewahrt.

Zum letztern scheint der Mann gehört zu haben, welchen wir hier nebenstehend nach einer photographischen Aufnahme Fig. Endlich leben in Unabhängigkeit die Namaqua- Hottentotten zwischen Oranjefluss und der Damara- grenze, westlich von der Kaliharisteppe.

Sie sind zwar vielfach gemischt, zeigen aber doch im ganzen den Hottentottentypus noch wohl ausgeprägt. Eine höchst eigenthümlicho Stellung unter den Afri- kanern nehmen eine Anzahl zerstreut wohnender Stämme ein, welche sich durch ihre geringe Statur auszeichnen.

Es sind dies die Pygmäen oder Zwerge der alt- classischen Periode. Nach mancherlei völlig unsichern Kora -Hottentott. Afrikanische Mcnsclienstämme und deren Wohnsitze.

Fi ff. Bombi, ein Akka. Junger Buschmann. Lenz und die Mitglieder dor deutschen Loango-Expedition aufgedeckt, und zwar dies als reelle, lebende Repräsentanten jener von den Alten mehr nebelhaft geschilderten Wesen.

Alle diese neuern Nachrichten stimmen nun dahin überein, dass die einen verwandten Namen wie Doko, Akka tragen- den Leute, und dass die Abongo kleine, im Durchschnitt — Millimeter hohe, Menschen bilden.

Kommen unter ihnen grössere Staturen vor, so liegt schon der Verdacht einer Mischung mit nigritischen Nachbarn nahe. In der Unmöglichkeit, dieselbe hier wieder- geben zu können, lasse ich vorstehend wenigstens die aus freier Hand gezeichnete Darstellung eines Akka nach Schweinfurth abdrucken.

Manio lieferte nur Cari- caturen jener Leute. Nach Ansicht des letztern Forschers haben jene ehemals ganz Südafrika vom Cap bis hinauf zum Zambezi und wahrscheinlich weit darüber hinaus innegehabt.

Häufig wurden dieselben nur für degener irte Hotten- totten angesehen. Obwol sie mit letztern gewisse physische Eigenthümlichkeiten gemein haben, so wird doch die erwähnte Behauptung sie seien nur entartete Hottentotten von Fritsch, Th.

Hahn u. Abgesehen nun von manchen physischen Stammesverschiedenheiten, von örtlichen Besonderheiten Haktjiaxv.

Sie sind manchen Kennern Afrikas als Reste einer vielleicht uralten, einer urthümlichen Bevölkerung des sonderbarsten aller Jontinente erschienen, als Stämme, welche durch die Xigritier nach allen Richtungen hin auseinander ge- sprengt worden seien.

Indessen lässt sich doch aus vielerlei Vorkommnissen der Schluss ziehen , diese kleinen Leute ständen den eigentlichen Nigritiern nicht so fern, als manche anzunehmen geneigt seien.

Ich finde bei ihnen sowie bei den Hottentotten doch sehr vielfach die Eigenthümlichkeiten der sogenannten Neger- rasse vertreten, wenn auch mit mancher speciell natio- nalen Umformung.

In ähnlicher Weise verhalten sich die Buschmänner in Südafrika. Das, was mau Zwergvölker nannte, existirt also wirk- lich als eine Reihe zerstreut lebender Negerstämme, die physisch und geistig degenerirt, ein unstetes Leben führen; nur sollte man bei diesen Zigeunern unter den Negern vorsichtiger mit dem Worte Zwerg sein, da sich daran Vorstellungen knüpfen, die den thatsäch- lichen Verhältnissen nicht entsprechen u.

Neben Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze. Auffallend hierbei ist ge- wiss die Thatsache, dass sich diese durch geringere Körpergrösse charakterisirten Völker in Gegenden vor- finden, wo die Temperaturverhältnisse die grössten Ex- treme aufweisen.

Lenz unterschreiben, erkenne jedoch gern, dass seine anregende Behandlung eines interessanten, leider noch vielfach dunkeln Gegenstandes die Beachtung solcher Afrikareisender verdient, die dereinst nicht als Dilettanten in der Menschenkunde, sondern als wirkliche anatomisch gebildete Anthropologen ihre Ziele verfolgen werden.

Lenz hat jedenfalls hier wie überall sonst in den von ihm bereisten Gegenden Afrikas mit dem Auge eines echt wissenschaftlichen und scharfsinnigen Beobachtern gesehen.

ZWEITES BUCH. Von der körperliclieii Beschaffenheit der Afrikaner. Als Ausgangsgegenstand unserer Betrachtungen müssen wir auf diesem Gebiete die Retu oder Aegypter, das uns als das älteste bekannt gewordene afrika- nische Volk, in genauere Erwägung ziehen, lieber den physischen Habitus jener unterrichten uns die Denkmäler, die Mumien und die lebendigen Zeu- gen, denen wir noch zur Zeit im Nilthale begegnen.

Die ägyptischen Männer sind im all- gemeinen von gefälliger Körperbildung. Die Finger Bind schmal, die Zehen gerade und wohl gesetzt, die Ferse ist nicht dick und nicht vorstehend.

Am Ge- sicht ist die Stirn ziemlich hoch und zurückgebaut, nach den Schläfen hin im Querdurchmesser abnehmend. Die Augen zeigen die bei diesem Volke 80 häufig geschilderte langgeschlitzte, den Con- tourcn einer Mandel ähnliche Form.

Sie werden von Von der körperlichen iJtsciianoiiiKir aer Anikaner. Die Iris ist dunkelbraun. Die Nase ragt stark hervor, zeigt einen etwas breiten Rücken und ist seltener gerade, häufiger vielmehr leiclit gebogen, biegt an der Spitze ziemlich rechtwinkelig in die öfters nach unten convexe Scheidewand um und besitzt breite Flügel.

Der Mund ist nicht gross, die Lippen sind aber fleischii? Die Nasenlippen- linie ist ausgebildet und die Nasenrinne ist breit, tief.

Die Wangen sind breit, das längliche Kinn ist klein, zart, zurückgebaut. Die wohlgeformten Ohren sind hoch und stark nach hinten angesetzt, welches Ver- hältniss auf den antiken Bildwerken und Malereien übrigens leider zu übertrieben dargestellt worden ist.

Immerhin macht das Aegypterprofil einen charakte- ristischen Eindnik, namentlich mit seiner weiten Er- streckung zwischen Kinn und Ohr.

Morton hat den Gesichtswinkel im Mittel zu 78 Grad berechnet. Geist und Kiirner. Die Theorien Uber ihre gegenseitigen Beziehungen. Mit 4 Abbildungen.

BAGEHOT, W. Der Ursprung der Nationen. Wissenschaft und Industrie. SMITH, E. Die Nahrungsmittel. Feste Nahrungsmittel aus dem Thier- und Pflanzenreich.

Flüssige und gasige Nahrungsmittel. Mit 19 Abbildungen. Jeder Tbell geh. Das Wesen des Lichta.

Gemeiufaasllche Darstellung der physikalischen Optik. Mit Abbildungen und eiuer Spectraltafel. STEWART, B. Die Erhaltung der Energie. Mit 14 Abbildungen.

Die OrUliewegiing der Thiere. Nebst Bemerkungen Uber die Luft- scbifffahrt. Mit Abbildungen. M AUDöLEY, H. Die Zurechnungslahigkeit der Geisteskranken.

BERNSTEIN, J. Die fünf Sinne des Menschen. Mit 91 Abbildungen. Geb 7 M. Herausgegeben von Dr. H e 1 n - rieh Marquardaen. Die Chemie der Gegenwart.

Mit 31 Abbildungen. Vulkane und Erdbeben. VAN BEN EDEN, P. Mit 83 Abbildungen. Die Donau und ihr Gebiet. Eine geologische Skizze. Mit 71 Abbildun- gen.

Leben und Wachsthum der Sprache. Uebersetzt vou Prof. Geld und Gcldverkehr. Vergnügen und Schmerz. Zur Lehre von den OefUlilen.

Die Uarungaerschcinungen. Mit 28 Abbildungen. Die Theorie des Schalle iu Beziehung zur Musik. BKRTHELOT, M. Die chemische Synthese. Das Gehirn, sein Bau und seine Verrichtungen.

Mit 6 Abbildungen. ROSENTHAL, I. Allgemeine Physiologie der Muskeln und Nerven. Mit 75 Abbildun- gen..

BRl'CKE, R. Bruchstücke aus der Theorie der bildenden Künste. Mit 39 Abbildungen. MEYER, U. GrundzUge des Strafrechts nach der deutschen Gesetzgebung unter Berück- sichtigung ausländischer Rechte.

DE QUATREFA0E8, A. Das Menschengeschlecht. BÖHMERT, V. Die Gewinnbeteiligung. Untersuchungen Uber Arlieitslohn und Uuternehtnergewiun. Die Sterne.

GrundzUge der Astronomie der Fixsterne. Mit 78 Abbildun- gen in Hohtschuitt und 9 Tafeln in Farbendruck , Lithographie und Stahlstich.

LOCKYER, J. Studien zur Spektralanalyse. Mit 51 Abbildungen und 8 Tafeln iu Photographie. Farbendruck und Holzschnitt. Geh 6 M.

Ueber das Fundamentalgesetz der Intelligenz im Thierreiche. Versuch einer vergleichenden Psychologie. WURTZ, A.

Die atoiulstlsche Theorie. Mit 1 llthogr. Digitized by Google DIE VÖLKER AFRIKAS. VON ROBERT HARTMANN, PROFESSOR AN DER UNIVERSITÄT Zü BERLIN. LEIPZIG: F.

Digitized by Google Das Recht der Uebersettung ist vorbehalten. Freilich sind es nur Umrisse, welche ich hier zu ziehen vermag.

Trotzdem hoffe ich, durch dies Bändchen nicht allein manchem Jünger der Ethnologie einige Anregung gewähren, sondern auch ein grösseres Publikum unterhalten zu können.

Ge- rade jetzt sind die Blicke der denkenden und stre- benden Menschheit auf den geheimnissvollen Erdtheil gerichtet, auf dessen Karten, dank dem Forschungs- geiste der Zeit, mehr und mehr jener weissen Flecke verschwinden, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten so trostlose Lücken in unserer Kenntniss darstellten.

Zur ganz besondern Genugthuung würde es mir aber ge- reichen, wenn einer oder der andere Afrikareisende sich veranlasst fühlen sollte, mein Büchlein seinem Gepäck einzuverleiben, und wenn er unterwegs daraus einigen Gewinn ziehen könnte.

Digitized by Google VI Vorwort, Die Illustrationen, welche mir für das nähere Ver- ständniss nothwendig erschienen, sind theils neu, theils rühren dieselben aus dem reichen ikonographischen Be- sitze der Verlagshandlung her, welche mir die Cliches zur Verfügung gestellt hat.

Berlin, im Juli Digitized by Google INHALT. Seite Vorwort V EiKLEinmfl Völkergewühl zu Kairo. Afrikanische Menschenstämme nnd deren Wohnsitze.

Die ersten Pharaonen. Seite Nubier oder Berabra, Barabra. Altägypter 7 Altägyptischer Fetischdienst vgl. Tekruri oder Takruri , d.

Hagenbeck's Bedja Homran u. Fukra oder Fukara, Sing. Fakir und Fu- kaha, Einheit Fakih. Kabileh, Flur. Pullo, Felata gehören zur nu- bisch -berberischen Familie.

A 4 44 Deren l hysiognoniien. Denka oder Dinko.. Monomotapa und geineKonige. Knikoin odor Hottentotten fil Griqua oder Bastardhottentotten. Von der körperlichen Beschaffenheit der Afrikaner.

Äla- kabantu oder Akil Richter, Häuptling der Dauakil. B2 Funje, Ingassena Fettsteissbildung Steatopygie bei den Afrikanern.

Häusliche Einrichtungen, Sitten, Gebräuche, Recht n. Häusliche Einrichtungen. Islamitische Bauten 98 Bauten der alten Aegypter 99 In Sennar U 0 Bei den Monbuttu und in Guinea Bei den Bedja, BabongO oder Abongo, Buschmännern.

Kunde Hütten der Bogos u. IM Töpferarbeiten. Ith] 2. Kleidung und Zierath. Ackerbau und Viehzucht.

V29 Weinrebe. IB5 Pflug, Spaten, Sichel. Fleischkost Pflanzenspeisen Mangel. Seite Gegorene Getränke.

Allgemeines Byssusleinen der Aegypter. Handel und Verkehr. Sitten und Gebräuche. Kindheit Gebaren der afrikanischen Kinder.

Vorrechte, Viel- weiberei Ehescheidung der Moslimen und Heiden In Aschanti. Begrüssung von Gräbern durch junge Funje. Seite Marimba, Wissandschi oder Sansa, Gubo, Flöte.

Religöse Vorstellungen. Der Islam CulturmiBsion desselben Sekten. Regenmacher oder Kegendöctören Nil schwellen.

Denka Bongo. Thierdienst in Dahome. Regierung und Staatsverfassung. Der Sultan. I M ilit arisch-despotische Staatsverfassung der Amazulu.

Abyssinien und seine Könige oder Nagast. Die Rechtsanschauungcn der Moslcmin. Berbern Tuarik. Krieg, Jagd, Fischfang u.

Heerwesen der alten Acgypter Kriegerkasten in Afrika Fechtweise der Wamasay, Gala, der Somal, Abyssinier, Bedja, vieler Nigritier.

Behandlung der Besiegten. Mangelhafte Handhabung des Feuergewehrs Pallme's Urtheil. XIX Seite Flusspferdjagd im Nilgebiet. Islamitische Sklaven oft sehr fanatisch.

Watira- und Tombikaflucht Sklaverei bei den Europäern. Wechsclfieber, remittirende, anhaltende Fieber. FÜNFTES BUCH.

Seite Scheu unserer Sprachforscher vor der afrikanischen Linguistik Ethnologische und philologische Vorurtheile 30 I Eintheilungsprincipien.

Lepsius und dessen Verbreitung. Leitender Gedanke in dem Buche Bewegungen unter den Afrikanern. Bedja-Nomade, nach einer Photographie von Hattorf! Bedja-Nomaden in ihrem Zeltlager, desgl.

König Mtsa von Uganda mit seinem Gefolge, nach H. Funje, nach R. Kasongo's Musikbande, nach Cameron Amazulu, nach Photographien von Kisch.

Hottentottin, nach einer Photographie. Bombi, ein Akka, nach Schweinfurth Junger Buschmann, nach G. Neuägypterin, nach Photographie von James 71 Digitized by Google xxn Verzeichniss der Holzschnitte.

Maurische Kinder, nach Photographie Venus hottentotta Buschmännin , nach E. Geoffroy St. Togul in Sennar im Durchschnitt, nach R.

Pfahlhütte im Mohryasee, nach Cameron. Hof eines Hauses der Berabra, nach R. Bedja Bischari mit der Ferdah umhüllt, nach W.

Nuer in vollem Putz, nach Harnier Einwohner von Manyema, nach Stanley. Jungfrau aus Ost-Manyema, nach Stanley. Speerspitzen der Betchuana, nach Casalis.

Keulen der Denka, nach Hartmann Streitaxt der Basuto, nach Casalis Bogen und Köcher an der Ostküste Arabischer Soldat des Sultans von Zanzibar mit dem Faustschilde der Somal u.

Gepanzerter Bagirmi-Reiter, nach Denham und Clapperton Digitized by Google Verzeichniss der Holzschnitte. Molot oder Melot, nach Sehweinfurth.

Basutohütte mit Lehmtopf, nach Casalis. Geschnitzte Schemel und Gefasse der Niam-Niam, nach Schweinfurth.

Afrikanische Canots u. Canot von Ambadjholz, nach Schweinfurth a Nächtlicher Tanz der Bari, nach Harnier. Gubospieler, Zulu, nach E. Waganga der Warua, nach Cameron Baobis oder Bubis, nach Photographie von Joaque Digitized by Google Einleitung.

Alte Lehren, alte Erinnerungen, längstgehegte Gedanken tauchten in mir auf, als ich die lebenden Völkergalerien durch- musterte.

Beim Betreten des grossen Gewühles in Massr-el-Qahireh, der begnadeten und gelahrten Stadt des mohammedanischen Orient, verwirrte sich anfänglich das sich mir eröffnende Bild.

Ganz anders aber verhielt es sich mit Hartmann. Erst als sich die zu Beginn an mir vorüberjagenden, einander gewissermaassen überstürzenden Eindrücke zu ordnen begannen, vermochte ich die Einzelheiten des Völkergemäldes besser aufzufassen und zu sichten.

Später allmählich, nilaufwärts ziehend, Landschaft um Landschaft durchmessend, bis in den Steppen und Wäldern der Funje die trotzigen feindseligen Ingassena.

Ich gelangte bereits auf afrikanischem Boden zu der Ueber- zeugung, dass hier mit den Begriffen Kaukasier, Aethiopier, Semiten und Hamiten im ganzen sehr wenig anzufangen sei, so wenig wie etwa mit den Be- griffen Arier, Indoeuropäer, Turanier.

Ich merkte, dass die ethnologische Forschung für die Aufhellung der verwickelten Völkerverhältnisse der nördlichen Hälfte Afrikas andere Bahnen aufsuchen müsse, als die bisher meist übliche einer einseitigen Gegenüberstellung scharf begrenzter Kassengegensätze und als verbrauchte Sam- melbezeichnungen für Völker, die einmal nicht unter den Hut doctrinärer Anschauungen zusammengezwängt werden können.

Neben der möglichst ausgedehnten Selbstbeobachtung lebendigen Völkermaterials, zu welcher besonders der gänzlich unverdiente Ruf eines hervor- ragenden Arztes 1 die Wege in vorher kaum geahnter Einleitung.

Weise ebnete, waren mir natürlich die Erzeugnisse des Todes, d. Leichen, Skelete, Schädel, vorzügliche, in reicher Fülle gebotene Forschungsobjecte.

Später wurde — auch daheim — keine Gelegenheit versäumt, Afrikaner zu sehen und zu unter- suchen. Sie bot sich, dank unsern regen heutigen Verkehrsverhältnissen, häufiger dar, als ich in den ersten Tagen meiner Rückkehr aus Afrika hoffen zu dürfen geglaubt.

Ferner wurden die Gemälde und Zeichenmappen hervorragender Künstler, begabter Dilet- tanten, der Vernet, Gerome, Gentz, Richter, Makart, R.

Kretschmer, Alma Tadema, Daniell, der C. Harris, Baines, Harnier, Schweinfurth, Pechuel-Loesche u. Hildebrandt, Falkenstein, Elton, Playfair, Joaque, Buchta und zahl- reicher anderer mir zum Theil persönlich Unbekannter eine stete Quelle weiterer Belehrung.

Mehr und mehr lernte ich einsehen, dass die Be- zeichnung Neger für die dunkelhäutigen kraushaarigen Bewohner eines grossen Theiles von Afrika sehr häufig in misbräuchliche Anwendung gezogen werde.

Ich schlug daher schon vor Jahren für jene grosse Völker- gruppe die mehr präcisirende Bezeichnung Nigritier vor. Vielleicht wird gerade diese Art der Dar- stellung eines selbst noch vielfach unfertigen und noch lebhaft umstrittenen Themas ihre Freunde ge- winnen.

Digitized by Google ERSTES BUCH. Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze. Dunkel sind die Sagen, welche der Mund altägyp- tischer Weisen über die Vorzeit des merkwürdigen Landes verkündet hat, in welchem die Pharaonen die Söhne der Sonne, wie ihre selbstgefällige Titulatur lau- tete das Scepter geführt.

Der erste König, der über Aegypten geherrscht hat, war, wie die Priester nach Herodo t angaben, Menes Mena , zu dessen Zeiten das ganze Land, mit Ausnahme des thebaischen Gaues Gau ägyptisch Hesep, griechisch Nomos ein Sumpf gewesen und wo nichts zu sehen gewesen sein soll von all dem Ge- biet, welches jetzt unterhalb des Sees Möris liege u.

Da nun übrigens Mena als Gauherr von Tini geschildert wird, da man ihm mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit die Gründung von Memphis und die Stiftung kolossaler Dammbauten zuschreiben darf, so lässt sich annehmen, dass schon zur Zeit seines Auftretens, d.

Wer hat nun diese allmählich sich bildenden Ablage- rungen fruchtbaren Schlammes besiedelt? Sind es Digitized by Google 6 Erstes Bucb.

Die altägyp- tische Sprachforschung betrachtet es als eins ihrer Hauptergebnisse, die Sprache des pharaonischen Volks habe einen innigen Zusammenhang mit den indogerma- nischen und semitischen Idiomen besessen, und müsste daher innige nationale Beziehungen zu den Völkern dieser Kategorie gehabt haben.

Allein kein ernst zu nehmendes physisches Merkmal spricht für eine an- geblich semitische Herkunft der Aegypter.

Man ist jetzt daran gewöhnt, von Seiten der wissenschaft- lichen Anthropologie zwar indoeuropäische Sprachen anzuerkennen, die indoeuropäische Völkerfamilie als ethnische Einheit jedoch für eine unberechtigte Auf- stellung der Philologen zu erklären.

Sprachverwandt- schaft bedingt aber keineswegs nothwendig auch die ethnische, nationale Verwandtschaft. Inwieweit aber die altägyptische, zum Theil noch jetzt im Koptischen dürftig fortvegetirende Sprache 9 wirklich eine semi- tische -Sprache, oder inwieweit sie nur stärker oder geringer mit semitischen Lehnwörtern durchsetzt sei, darüber haben uns die Philologen noch keineswegs ge- nügend aufgeklärt.

Manche haben auf einen nationalen Zusammen- hang zwischen den Altägyptern und der grossen liby- schen, Nordwestafrika bewohnenden Völkerfamilie ge- rathen.

Auch für diese Ansicht wurden vornehmlich sprachliche Gründe, die Verwandtschaft altägyptischer Wörter mit Wörtern aus der Sprache libyscher Oasen, wie Siwah u.

Eine physische Aehnlichkeit zwischen den Retu oder den auf altägyp- tischen Denkmälern bildlich dargestellten Vertretern des Pharaonenvolks und den heutigen Bewohnern Nordwestafrikas ist freilich unverkennbar.

Mehrere Tage lang widmete ich einer genauen Durchmusterung der S. Dasselbe traf sich auf den belebten und reichlich beschickten tuneser oder magrebiner Ba- zaren zu Kairo, woselbst ich namentlich eine über- raschende Aehniichkeit zwischen dem Typus der j ungern Magrebin und jüngern Fellachin auffand.

Entsprechende Beobachtungen machte ich an den Turcos, welche sich in Paris und — 71 als Kriegsgefangene unter uns befanden.

Selbst der Schädelbau der Libyer und Aegypter bietet Anhaltspunkte für unsere Ansicht dar. An die ägyptischen Grenzen hinan reichen die heute sogenannten Berabra Singular Berberi , die vor den Fellachin schon durch dunkle Hautfarbe ausgezeich- neten Bewohner der felsigen, heut so armen Districte Nubiens.

Im Alterthum hiessen diese Nachbarn Aegyptens wie alle ihre damals bekannt gewordenen Stämme Na- hasu — es waren die Schwarzen, Neger, Nigritier.

Sie zeigten sich den Pharaonen öfters unbequem und da wurden denn Kriegszüge gegen dieselben veranstaltet, deren wenigstens nach heutigem Maassstabe unbe- deutende Ergebnisse auf den Denkmälern durch prah- lerische bildliche Darstellungen und Inschriften ver- herrlicht wurden.

Weit fassten die Pharaonen freilich nicht Fuss in dem coupirten Lande der tapfern Nahasu. Alte Namen ihrer Stämme, Beraberata, Kens, Argin, Prim, kehren noch heute wieder in den Stammes- und Ortsbezeichnungen Berabra, Kenus, Argo, Ibrim u.

Während sich nun auf Aegyptens Boden der geologische Process allmählicher alluvialer Schichten- bildung unter gleichzeitiger Austrocknung des Sahara- meeres vollzog, rückten nubische Familien in das mehr und mehr sich regelnde, endlich zwischen Uferbänken sein periodisch-schwankendes Wasserleben durchlaufende Bett des Nils stromabwärts hinab.

Sie bebaueten Stelle um Stelle und gingen allmählich den gesellschaftlichen Umbildung3process ein, der sie zur Schöpfung eines der wenigen Culturcentren der antiken Welt befähigte.

Digitized by Google 8 Erstes Buch In ihrer Isolirtheit, in dem von felsenstarrenden Wüsten eingeschlossenen sehr fruchtbaren Nilthale bildeten sie eine gewisse Eigenart, die jedoch immerhin gänzlich auf echt afrikanischer Sitte fusst, von Geschlecht zu Geschlecht weiter aus.

Sie modelten eine Art des Fetischdienstes 10 nach den ihnen so geläufig werdenden Naturerscheinungen des Steigens und Failens der Nil- wasser 11 , den für ihr ganzes Culturleben so wichtigen Vorgängen.

Im Bewusstsein ihres Könnens dehnten sie sich endlich weiter über die Nachbargegenden aus und zwangen syrisch-arabische, also semitische Nomaden- stämme, wie Araber und Juden, zur Sesshaftigkeit und zum Frondienst.

Semiten, Leute syrisch-arabischen Stammes, als sesshafte Einwohner die- jenigen Gebiete des Deltalandes innehatten, welche sich in der Umgebung des heute Menzaleh genannten Sees befanden.

Mit solchen ursprünglich der asiatischen Seite Aegyptens entsprossenen Eindringlingen mochten sich nun die nubischen Einwanderer reichlich ver- mischen.

Dasselbe geschah sehr wahrscheinlich mit von Libyens Seite damals wie noch später an den Nil heranstreifenden Bewohnern. So entstanden die weltbeherrschenden, alles mit ihrer hohen Cultur be- fruchtenden Retu, welche, heller wie die Berabra, ein Mischvolk bildeten, in dem jedoch afrikanisches Blut weit vorherrschte.

Unsere Reisenden heben gewöhnlich den Gegensatz zwischen den hellen Aegyptern und den dunkeln Nubiern zu schroff hervor. Es kam mir immer so vor, als ob diese Herren die Zeit und die Orte zwischen Kene und Syene so gut wie verschliefen.

Denn gerade auf dieser Strecke sieht man genug Ueber- gäuge zwischen beiden Völkertypen. Es beruht das nicht etwa nur auf Einwanderung und Ansiedelung nubischer Familien in dem Said, in Oberägypten, son- dern der Bewohner dieses Said wird, dem Wendekreise allmählich sich nähernd, dunkler, dunkler durch die Sonne, aber auch dunkler infolge von Heirathen mit Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze.

So mochte auch der nubische Besiedler des Nilthaies allmählich unter der milden Sonne Mittel- unterägyptens heller werden, zum Theil freilich auch wieder infolge von Heirathen mit ursprünglich hellem Leuten.

Uebereinstimmende physische Merkmale zwischen Aegyptern und Berabra wird kein aufmerksamer Beob- achter hinwegleugnen können.

Wer mir hier eine Ver- schiedenheit der Färbung allein entgegenhalten will, der lässt sich seinen Blick durch eine bei diesen Untersuchun- gen keineswegs stichhaltige Einzelnheit trüben.

Brugsch hat ferner intimere Beziehungen zwischen Altägyptischem und Nubischem letzteres alte Sprache von Meroe her- vorgehoben. Die von dem gelehrten Aegyptologen ver- öffentlichte W r örterliste Hesse sich noch erweitern.

Noch heute dauern derartige Kreuzungen fort, denen sich solche mit Ni- gritiern hinzugesellen. Durch diese Vermischungen ist der ursprüngliche Bevölkerungstypus vielfach geändert worden.

Trotzdem aber hat sich ein erkleckliches Maass von Retu-Blut in diesem Volke bis zum heutigen Datum erhalten. Die sprechenden Vertreter desselben findet man aber nicht allein unter den reiner geblie- benen christlichen Kopten, sondern auch unter den weit gemischtem muselmanischen Fellachin.

Man möchte zuweilen, durch eins der dürftigen, halb zwischen den Säulenstämmeu der Dattelpalmen vergrabenen Nil- dörfer schlendernd, sich ganz seiner Phantasie hin- geben und glauben, eine der Ramses-Statuen sei nach Digitized by Google 10 Erstes Buch.

Jahrtausenden wieder belebt worden und von ihrem Postament herniedergestiegen, oder es seien die zier- lich geschmückten, sich am Gerüche frischer Lotosblu- men ergötzenden Jungfern aus den thebaischen Wand- gemälden herausgetreten, um wie ehedem zum Wasser des heiligen Stromes zu wandeln.

Als Nachbarn und nahe Verwandte der Aegypter treffen wir also die nubischen Berabra, gegenwärtig in einer Längenausdehnung von fast sechs Breitengraden bis zum sechsten Nilkatarakt hin ansässig, mitten zwischen den wüsten Felsbergen des Nilthaies voll Mühsal das eine so geringe räumliche Ausdehnung darbietende Ackerland bebauend, dessen Areal alljährlich noch von dem jeweiligen Staude der Nilüberschwemmung ab- hängig wird.

Karger Schlammabsatz in Jahren unter- geordnetem Steigens der Nilwasser macht sich in dem armen Nubien noch stärker fühlbar als in Aegypten, dessen ausgedehnteres Ackerland ein paar Zoll Schlamm- decke einmal noch eher entbehren kann, obgleich der Factor selbst hier nicht ohne Bedeutung erscheint.

In vielen Districten sind die Nubier ganz rein geblieben, es sind heute noch die braunen Leute zum Theil mit mächti- gem Haartoupet, welche auf den pharaonischen Malereien neben den als Rothhäute dargestellten Retu figuriren, gegen welche die Usurtasen, Amenhotep, Thutmes, Seti, Ramses u.

Diese Berabra haben sich übrigens in frühern Zeiten weiter nach Süden aus- gedehnt als heutzutage. Sie haben vielleicht durch Jahrhunderte nicht blos das Nilthal über Khartum stromaufwärts innegehabt, sondern sie haben sich selbst noch über einen grossen Theil der heutigen Land- schaften Kordufan, Taka und Sennar erstreckt.

In diesen Ländern führen viele Oertlichkeiten Namen, welche unverkennbar der Berbersprache angehören.

Später wurden diese Leute durch die erobernden Furer, Digitized by Google Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze.

Letztere Nationen gingen übrigens mit den Berabra vielfache Mischungen ein. Schon als im spätem Mittelalter im Sennar das Reich Aloa blühte, dessen Herrscher Bedja waren, bildete sich in der Gegend des Zusammenflusses ara- bisch Mogren der beiden Nile ein Mischvolk aus, dessen Hauptelement Berabra waren.

Später lieferten die nigritischen Funje noch andere Elemente der Mischung. Uebrigens nisteten sich zwischen reinem Berabra schon frühzeitig zerstreute Gemeinden arabi- sirter Bedja, sich zu staatlichen Gruppen zusammen- thuende centralafrikanische Pilgrime Tekarine u.

Auch unter diesen fremden Familien haben viele eine unverkennbare Reinheit bewahrt. Ihren reinsten Stamm oder Stock bilden die Berabra in den heutigen Districten Wady-Kenus, Dar-Sukkot, Dar-Mahas und in Nord-Dongola.

Die Bedja nehmen eine eigentümliche Stellung in der afrikanischen Ethnologie ein. Sie wurden seit lange als eingewanderte, reine unvermischte Araber angesehen und beschrieben.

Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Bogen und Sex In Kulmbach an der Ostküste Sie hielten mit fanatischer Lesben Strip am Islam und an dem ihnen so edel erschei- nenden, erworbenen Araberthum fest und nannten sich zum Theil mit Stolz: Araber. Er betrieb zwar auch im letztern lalle mal Teen Porno Izle Ackerbau, aber doch nur nebenher und nur so lange, als die ihm feindliche Jahreszeit, ' Im ttllgemeincrn Interesse bemerke icli hier, dass der Arul. Echte Nigritier, haben sie sich als ein kräftiges, eroberndes Volk von Fick MäDchen spar- tanischen Sitten nach verschiedenen Richtungen hin- gezogen; sie haben z. Seite Marimba, Wissandschi oder Sansa, Gubo, Flöte. Mit 75 Nylons Sex gen Hier Ficke Meine Schwester sich damals das Generalquartier für die Big breasted fat german wench riding cock iTnternehmun. Und doch ist auch dies Denken verzweifelt genug. Morton hat den Gesichtswinkel im Mittel zu 78 Grad Lehrerinnen Ficken. S, Ein grosser Theil der nordafrikanischen Berbern, namentlich Algeriens, wird mit dem banalen Namen Kabylen belegt, obwol doch Kabyleh, Mehrheit Kabail, im Arabischen nur einen Stamm von bald grösserer, bald geringerer Familien- bezüglich Individuenzahl be- deutet. Brugsch hat ferner intimere Beziehungen zwischen Altägyptischem und Nubischem letzteres alte Sprache von Meroe her- vorgehoben. Konformität und Anpassung wird ermutigt, das Gegenteil kritisiert und bestraft. Babykoifutter klicken Sie bitte hier!!! Er und andere Experten sowie Hilfsorganisationen befürchten, dass das Assoziieren von Straftaten mit solchen Menschen die Missverständnisse und Vorurteile gegenüber den Free Manga Porno zu verschärfen droht. Geile Heiße Weiber erstellen Als PDF herunterladen Druckversion. Auf einer Auktion ersteigerte er einen weiblichen Kohaku mit rotem Kopf und dem Namen Hachibi.

Leider war Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen dieser Parkscheibe jedoch das asian big. -

Katja Krasa oder nur Kras nutzen, sicherzustellen.
Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen

Facebooktwitterredditpinterestlinkedinmail

0 thoughts on “Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.